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Full text of "Über den Instrumentalis im Heiland und das Homerische Suffix [phi] ([phin]) [microform] : eine syntaktische Untersuchung"

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za der auf Donnerstag, den 26. März 1874, angesetzten 

Öffentlichen Prüfung der Zöglinge 

des 

städtischen Gymnasiums zu Danzig 



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zu der sich d^irau auschliesseoden Entlassun» der Abiturieaten 



ergebenst einladet 
Director. 









Inhalt: 1) lieber den Instruincntalis im Ileliand und das Homerische Suffix ^>t (iftv)./ 
Eine syntaktische Untersuchung vom Professor Dr. A dolf Moller. 

2) Sehulnachrichten vom Director. 






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Iftrnck von Edvin droeninj^^Jii, ,^:^k{'^i\. 
1874. 


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Der Instrumentalis im Heliand. 



Uie vergleichende Sprachwisseuschaft bat vor kurzem den wichtigen Schritt von der 
Formenlehre zur Syntax gethan. So erfreulich dieses Zeichen ihres rastlosen Weiterstrebens auch 
ist, so darf man sich doch nicht verhehlen, dass dieser neubetretene Weg nicht ohne Gefahren für 
sie ist, dass sie mit Sicherheit und rechtem Erfolg nur dann auf ihm wird vorwärtsschreiten können, 
wenn ununterbrochen Specialuntersuchungen über syntaktische Eigenthümlichkeiten der einzelnen 
Sprachen und ihrer hervorragendsten Denkmäler begleitend sie unterstützen. Und daran fehlt es 
noch sehr. Auf dem Gebiete des Griechischen und Lateinischen freilich ist in dieser Hinsicht so 
viel geschehen, dass mau wohl wird behaupten können, eine Lösung der noch streitigen Punkte 
sei nunmehr nur von der Sprachvergleichung noch zu erwarten, aber wie anders IJogt die Sache 
z. B. auf dem Gebiete des Deutschen? Seit dem Erscheinen des vierten Bandes der Grimmischen 
Grammatik ist für die deutsche Syntax sehr wenig geschehen, und namentlich fehlt es noch sehr 
an Untersuchungen über die syntaktischen Verhältnisse einzelner Dialdcte und ihrer wichtigsten 
Sprachdenkmäler. Gewiss gehört zu diesen letzteren auch der Heliand, und doch ist seit Vilmars 
im Jahre 1834 erschienener Abhandlung „De Genetivi in harmonia ev. Sax. syntaxi^ eine Unter- 
suchung über die syntaktischen Eigenthümlichkeiten des Heliand meines Wissens nicht veröffentlicht 
worden. Wenn ich daher die syntaktischen Heliandstudien, nachdem sie 40 Jahre lang geruht 
haben, wieder aufzunehmen versuche, so dürfte dies nicht nur durch den augenblicklichen Stand 
der deutschen Grammatik, sondern namentlich auch durch das Bedüriiiiss der vergleichenden 
Syntax, zu ihrem Ausbau aus den Specialuntersuchungen auf dem Gebiete einzelner Sprachen 
neue Bausteine zu gewinnen, hinlänglich gerechtfertigt erscheinen, und was gerade auf den 
Instrumentalis mich hinwies, ist die besondere Bedeutung, weiche mir dieser als der Vertreter 
abgestorbener Casus und zugleich selbst absterbend und anderweitig vertreten, für die Casussyntax 
zu haben scheint. • i z^i*, 

. . 'Bekanntlich sind es von den indogermanischen Schwestersprachen nur fünf, 6ei denen 
aclr' nnbestrittenermassen der Instrumentalis als selbständiger Casus überhaupt noch erhidten hat :' 
Sanskrit, Zcnd, Litauisch, Slavisch und Deutsch, und unter den Dialekten des letzteren wiederum 
sind es nur vier, welche ihn noch aufweisen, das Gothische und auch dieses nur in wenigen 
Formen, ferner das Aqgelsächsischjß, 4^4 Althochdeutsche und das Altsächsische. 



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-,; V^> ^ ^Da wir nun unsere Untersuchung über die syntaktÜBcni^ Verhältnisse des Instrumentalis 
im Heiland auf die Betrachtung sämmtlicher Stellen, in welchen er vorkommt, aufzubauen 
haben, so werden wir nicht umhin können, die Formea, in welchen er erscheint, zuvor fest- 
Eustellen. 

Die gewöhnliche Casusendung des Instrumentalis im Heliand ist u, ursprünglich ü und 
entspricht so gut wie die gleichlautende Instrumcntalendung im Althochdeutschen dem Suffix & des 
Sanskrit. Soweit befinden sich sämmtliche Sprachforscher (ich verweise nur auf Bopp. vergl. Gr. 
§ 160 und Grimm Gesch. d. deutsch. Spr. p. 644 ff.) mit Ausnahme des einzigen Schleicher 
(Comp. d. vgl. Gr. p. 470 ff.) mit einander in Uebereinstimmung , nur in der Art, wie sie die 
Endung u mit dem ä des Sanskrit in Verbindung bringen, weichen sie von einander ab. 

Eine andere Endung des altsächsischen Instrumentalis ist o, was als eine Schwächung aus 
u angesehen werden muss. Sie findet sich verhältnissmässig selten, häufiger im Monacensis, als 
im Cottonianus, und M. Heyne hat in seiner Ausgabe, nach welcher ich citire, an allen Stellen mit 
Ausnahme von dreien die ursprungliche [Endung u wieder hergestellt. Die Stellen, an denen sich 
die Endung o überhaupt findet, sind folgende: 

thio 12 Cott. (thiu Heyne) '''4 

weodo 2547 Cott. ebenso H. im Text, im Glossar weodu. ^ 

wordo 40 Cott. ebenso H. ■.'• 

hobdo 1445 Mon. hobda Cott. höbdu H. 
nebulo 2911 Mon. neflu Cott. neblu H. 

werodo 4860 Mon. werodu H. " >|?j 

makeo 4983 Mon. giniakie Cott. mäkiu H. 
huuilico 1394 Mon. huuilicu Cott. hwiliku H. 
gibolgono 1464 Mon. gibolganu Cott. u. H. 
enigo feho 1848 Mon. enigon fehe Cott. enigu fehu H. % 

mikilo 1685, 1729 Cott. mikilu Mon. u. H. , 

hweo 4654 Mon. huo Cott. hweo Heyne. ■' ■'^J^ 

Eine dritte, aber kleine Gruppe von Instrumentalen geht auf i aus. Hierher gehört nament' 
lieh das sehr häufig vorkommende hwi (Heyne schreibt hwl) vgl. pag. 3 ff., wofiir der Cott. 
5638 hiu, der Mon. 3625, 5183 hwiu, 4654 hweo zeigen. Die beiden Nebenformen auf u, denen 
ahd. huiu, wiu, hiu (Graff 4, 1186) entsprechen, machen es wahrscheinlich, dass hwi durch 
Abwerfung des u aus hwiu entstanden ist. Wenn dann Heyne im Glossar hugi, welches der Mon. 
statt hugiu des Cott. an vielen Stellen z. B. 111, 467, 546, 1394 etc. aufweist, und ebenso 
giwitakepi 5192 für Instrumentale hält, so ist dagegen nichts zu erinnern, warum er aber danü 
nicht auch die Formen gumskepi 4192, und mägskepi 1441 als Instrumentale mit Abwerfung des 
u betrachtet, ist nicht einzusehen. Diese Wörter sind so gut wie hugi und giwitskepi starke 
Subetantiva mit j am Ausgange des Stammes, von denen er in seiner Laut- und Flexionslehre 
p. 256 die Regel gibt, dass das einmal vokalisirte j sich auch in den obliquen Casus halten konnte, 
wonach dann aber die Endung schwinden musste; und da nun ausserdem der Cott. an beiden 
J Stellen die ungeschwächten Formen gumscipiu und mägscipiu aufweist, so trage ich kein Bedenken, 
auch hier Instrumentalformen anzunehmen. Aehnlich verhält es sich mit wihti, 299, 220, 935, 2824, 
4431, 5935 wo Heyne den einfachen Dativ, 1854, 230;^, wo er einen dat. instr. annimmt Freilich 
heisst der Nom. wiht, nicht wihti, allein sowohl der angebliche Dativ wihti selbft^als auch die 

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ToUe lostrumentalform wihtiu, welche 1812) 1420 Torkommt, machen es wahrscheinlich, daas wir 
auch hier einen auf j auslautenden Stamm haben , dass also auch wihti in den angeföhrten Stellen 
für eine durch Abwerfung des u verkürzte Instrumentalform zu halten ist . .. « .^' . 

Endlich findet sich noch ein Instrumentalis auf s, nämlich thius, gleichbedeutend mit thiu, 
dem iustr. von that in der demonstrativen Bedeutung, vergl. p. 3 unten. Orimm in der Gresch. d. d. 
Spr. 931 sagt, dieses thius verhalte sich zum instr. thiu, wie das goth. theh zu thS, und hieran 
dürfte, was die Erklärung des schliessenden s in thius anbetrilBft, festzuhalten sein, so biedenkli<^ 
auch die von Grimm vorgenommene Identifizirung des alts. thiu mit dem goth. the erscheinen 
mag. Der Wechsel von h und s um Ende kommt öfter vor, das h aber in thSh entspricht dem 
lat. c in dem Demonstrativum hie, haec, hoc. Demnach ist das s in thius nichts weiter als ein4 
demonstrative Verstärkung, welche dem instr. thiu angehängt wurde, und erinnern wir uns, daai.^ 
die Instrumentale auf i als Verkürzungen von Formen auf iu, die Formen auf o als Abschwächungea^" 
derer auf u zu betrachten waren, so ergibt sich, dass als eigentliches Casuszeichen der Instrumentalis' 
im Heliand nur u anzusetzen ist. ^>ji^: 

^ -;r .,. Mit eigener Casusendung findet sich nun der Instrumentalis im Heliand nur in der starken 
Deklination und hier wiederum nur im Singular des männlichen und sächlichen Geschlechts in 
Substantiven und Adjectiven, in einigen Zahlwörtern und Pronominibus. Bei weitem am häufigsten 
kommt er in Substantiven vor, so dass ein Nachweis der existirenden Formen an dieser Stelle 
unnöthig erscheint, zumal dieselben von anderen Gesichtspunkten aus sämmtlich noch zur Auf- 
zählung gelangen werden. Verhältnissmässig selten sind dagegen Instrumentale von Adjectiven und 
Participien. Es sind folgende: 

mikilu 182, 941, 1685, 1729 etc. hluttru 111, 467, 546, 1375 etc. 
leohtu 290. starcu 1452. liobltku 1683. 

mildiu 4208. godu 3498, 4213, guodu Cott.-3461, 3489. wäru 5192. 
endlich das einzige Participium: 

gibolganu 1464 vgl. pag. 2. 
Von Zahlwörtern begegnen nur folgende Instrumentale: 

enu von §n ein 40, 5742; an der letzteren Stelle ist es aber nicht eigentliches Zahlwort, 
sondern Indefinitpronomen, und odru, odaru v. odar der Zweite 1076, 3209, 3498. 
. Von Pronominibus kommen folgende Instrumentalformen vor: 

Vom bestimmten Artikel der instr. thiu in einer grossen Anzahl von Stellen z. B. 
706, 778, 2578, 3709 etc. , ^3^ 

Vom Demonstrativum der instr. thius 2064, 3895, 4618, vgl. pag. 3 oben. 
Ferner findet sich vom Interrogativum hwe, hwat der Instrumental hwi (Heyne hivt^ 
an vielen Stellen, z. B. 176, 555, 561, 817 etc., vgl. pag. 2. 

Vom Interrogativum hwiltk kommt vor bwiltku 1394 und 2823; von dem davon gebildetei) 
Indefinitum gehwilik, ein jeder, der Instrumental gehwiliku 1604, 1691, 3495, 3933, 4193, 5ä59Ur : 
■ Vr Auch 'von dem Indefinitum hwe irgend e|in findet sich der Instrumental hwi (Heyne hwt) 

3738, vom Indefinitum enig irgend ein kommt enigu 1§4^ vor. -^.. v^r 

ixj--.: Vom Pronomen possessivum min kommt mtnu vor 3540, 4644, von thtn tblnn 3251 und 4839. 
;\./ . Nach diesen Vorbereitungen wenden wir uns dem Haupttheile unserer Untersuchung zu 
und werden uns hier zunächst über die Grundbedeutung des Instrumentalis überhaupt zu T«rr> 
standigen haben. .. . .^ . .. -- : . v:; vi«i/;^;^ 



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WeU im Indogerrnftiiischen der instr. sing, durch zwei völlig verschiedene Suffixe gegeben 
werde, meint Schleicher (Comp. § 258) annehmen zu müssen, dass zwei ursprünglich verschiedene 
Casus vorliegen, von denen der eine das Verbundensein, der andere das Mittel oder Werkzeug 
bezeichnet habe; im vorliegenden Zustand der Sprache zeige , freilich jedes der beiden Suffixe beide 
Funktionen. Mir erscheint der von Schleicher aus der Verschiedenheit der Suffixe gezogene 
Schluss nicht zwingend, da sich doch wohl genug Belege aus dem Gebiete der indogermanischen 
Sprache dafür auffinden lassen dürften, dass auch zur Bezeichnung ein und derselben Sache inner- 
halb derselben Sprache verschiedene Formen angewandt worden sind. Auch glaube ich nicht, dass 
die ueiden Funktionen des Instrumentals, die Bezeichnung des Verbundenseins einerseits und die 
des Mittels und Werkzeugs andrerseits, als gleich ursprünglich zu denken sind, sondern schliesse 
mich der Ansicht Delbrücks (Ablativ, Lokalis, Instrumentalis im Altindischen, Lateinischen, 
Griechischen und Deutschen pag. 50) an, dass der Grundbegriff jedes Instrumentals der des 
Zusammenseins sei. Hiernach wenden wir uns zu den besonderen Arten des Instrumentalis, soweit 
sie im Heliand vertreten sind. .^ 

Der sociative Instrumentalis, welcher fast nur in Verbindung mit der Praeposition mid 
vorkommt, steht der oben erwähnten Grundbedeutung des Instrumentalis am nächsten. 

In diesen treten erstens Personen, und zwar sind es meist Collectiva persönlicher Wesen, 
welche mit einer Hauptperson verbunden sind, jedoch nur so, dass sie dieser gegenüber eine unter- 
geordnete Stellung annehmen. Meistens stehen diese Instrumentale bei den Verben der Bewegung 
faran, giwltan ziehen, gehen, reisen, kuman kommen u. s. w. Hierher gehören folgende Stellen: 
mid is folcu mit seinem Volke 3560, ähnlich 4215, 4837, 5320, 3709, ^ 

mid thiu gisidu mit dem Gefolge 3710, 4843, 
mid thiu brahtmu mit der V^olksmenge 2176, 
brahtmu thiu mikilun mit der grossen Volksschaar 4191, 4811, 
mid thiu gumscipiu (Gott.) mit der Mannschaft, Schaar 4192, 
mid mägskepiu (Cott.) mit der Blutsverwandtschaft 1441, 
mid is werodu mit seiner Mannschaft 2241, ähnlich 3715 (Cott.) 
mid kraftu mit Heeresmacht 2560, 2597 (Cott.), 4382, 4808. 
Diesen zahlreichen Collektiven persönlicher Wesen schliesst sich endlich noch das einzige 
persönliche Einzelwesen 'an , das überhaupt im Heliand im Instrumental vorkommt, nämlich barn, 
und zwar an zwei Stellen: mid thiu barnu mit dem Kinde 706, 778. 

Zweitens stehen im sociativen Instrumentalis Eigenschaften, die einer Person dauernd 

anhaften und vorübergehende Stimmungen und Affecte, welche die Handlung so begleiten^ 

dass sie nicht sowohl den Grund derselben, als die Art und Weise bezeichnen, in der sie geschieht. 

Man könnte daher diese Art des sociativen Instrumentalis auch den modalen Instrumental nennen. 

■■'■ Hierher gehören 

kuman mid kraftu kommen mit Kraft 1004, 2560, /;.. jf, 

(i mid hluttru hugi (Cott. hugiu vgl. pag. 2) mit lauterem Sinne 111, 467, 546, 1375, 

1383,1403,1582,1935,3325, 
mid mildiu hugi (Cott mildu hugiu) mit wohlthätigem Sinne 4208, 
mid starcu hugi (Cott. hugiu) mit starkem Geiste 1452, '.„■l 

; mid leohtu hugi mit mildem Sinne 290,. 

mid gibolganu (Mon. gibolgono vgl. pAg. 2) hugi (Cott. hugiu) mit erzürntem, 
zornigen Sinne 1464. 



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mid liwillka (Mon. hwilico vgl. pag. 2) hngi (Ck>tt. hugia) mit welchem Sinne 1394, 
göngun mid ntdu »e giengen mit Haas 4859, : ..a. 

göngun mid ntdskipia sie giengen mit Hass 5695, * ;^L, . 

gruottin ina mid gelpu sie grüssten ihn mit Hohn 5568; ähnlich 5593.)- :"'^}. 
:jji4^^'j^*^g6ngun mid wöpa sie giengen mit Wehklagen 5517, *• 

v^ 4^ '-/ ^ widerstandan mid strtdu widerstehen mit Widersetzlichkeit, > ^^ 

V &n thena berg uppan stigun mid strtdu sie stiegen den Berg hinauf. Streit mit- 
j^ijfjr^ . , bringend 4817. ^^ — . ^.. J 

' ^r Drittens stehen im sociativen Instrumentalis auch äussere Umstände, die eine Handlung 

begleiten: . ' " t-^X^^ 

r mid windu mit Wind 2945, mid neflu mit Nebel 5751, ' ' ';> - 

mid is orlobu godu mit seiner gütigen Erlaubniss 4213, ' • "'• 

"^t mid hwiltku arbediu mit welcher Mühsal 2823. 

';., Endlich rechne ich hierher noch sidu (odru, thriddeon) ein (zweites, drittes) Mal, 

^ \ eigentl. Gang 1076, 3520, 4788, 4801, 5915, 5950, obgleich hier auch an den 

■^- . Instrumental des Mittels gedacht werden könnte, zu welchem wir jetzt übei^hen. 

Der Instrumental des Mittels, von welchem der ganze Casus seinen Namen hat, schüesst 
sich an den Sociativus sowohl, als auch an die Grundbedeutung des Instrumentals eng an. Denn 
was mit dem Handelnden verbunden ist, sei es eine ihm untergeordnete Person oder eine Sache, 
kann leicht als mitwirkend und mithelfend gedacht werden, besonders häufig wird die letztere, 
weil sie am leichtesten und sichersten dem Willen des handelnden Subjektes unterworfen werden 
kann, im Instrumental des Mittels sich vorfinden. Und so ist es denn auch: der grösste Theil 
der Instrumentale des Mittels findet sich in nicht persönlichen Begriffen; meistens haben wir auch 
hier den Instrumental in Verbindung mit der Praeposition mid, obgleich der blosse Casus bei weiteoi 
häufiger vorkommt, als beim Sociativus. 

Bei Verben des Sagens, Erklärens, besonders bei gimahlian sprechen, gimenian verkünden, 
meldön melden, sprekanx sprechen finden sich folgende Instrumentale des Mittels: 

mid is mudu mit seinem Munde 165, 818, 830, 1755, 1763, 4G23, ähnlich 3251, 

wordu mit Wort 217, 

mid is wordu mit seinem Worte 237, 1762, 2039, ' 

odaru wordu mit einem zweiten Worte 3209, 

wordu gehwiliku mit jeglichem Worte 3933, 4193, 

mid wäru giwitscipiu (Cott) mit wahrem Zeugniss 5192, 

wöpu mit Wehklagen 5524, 

bilidiu mit einem Gleichniss 2623, 

mid thiu bilidiu mit diesem Gleichniss 2578. 

^ V J-; ffieran schliessen sich am besten einige Stellen , in denefi der Instrumental des Mittels iai 
eigenthümlioher Weise bei dinem Verbuin des Meinens und einem allgemeinen Begriffe des Thuns 
(frummian) zur Bezeichnung der Sache gebraucht wird, unter der man etwas versteht, an der man 
eine Handlang vornimmt. 

mßnda mid thiu wataru er meinte mit dem Wasser 3922. ' ^s'"^- . 

:i"i' !T4e ^firqinunianne mid mtna folcu zu machen mit meinem Volke öddL-'i;: r^';^ V 



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Auch die Stelle mangödun im tbär mid manages hwi sie handelten da mit mancherlei 3738 
zeigt denselben Gebrauch des Instrumentalis. ^ rt^<<!»>fic»^|i; 

i <j» >_ Etwas Aehnliche^ ist es, wenn die Begriffe des Gebens, Schenkens den Instrumental des 
Mittels bei sich haben zur Bezeichnung der Sache, welche man schenkt, welche man gibt (man vgl. 
das lat donare aliquem aliqua re), während wir jetzt bei den meisten Verben dieser Art den 
G^enstand des Gebens in den Akkusativ setzen. Hierher gehören die Stellen 

gebön mid goldu endi mid goduwebbiu Gold und kostbare Gewebe schenken 3763. 
mid thius skoldis thu us gebön endi gömean hiermit solltest du uns beschenken 
und bewirthen 2064. 
Häufig ist der Gebrauch des Instrumentals des Mittels bei den Begriffen des Kaufena, 
Verkaufens, Zahlens, Bussens, Vergehens und ähul. zur Bezeichnung des Preises: ' 

dröru giköpot mit dem Blute gekauft 5155, 

that man ferahu köpö dass man mit dem Leben büsse 5336, . ; 'T>--. 

mid enigu fehu köpön mit einigem Geld (Besitz, Eigenthum) erhandeln 1848, • ^v 

buggean mid ira ferhu mit ihrem Leben zahlen 309, 1"^ 

mid is enes ferhu, mid is libu alösian mit seinem Leben erlösen 4167 und 4168. Aehnlicfa ' 
lösian mid minu libu 3540, mid is Itbu 5386, mid odru gödu gibötean mit anderem 

Gut büssen 3498, ^_ 

fargoldan mid guodu mit Gut vergolten 3461, .' ' 

geldad mid gödu vergeltet mit Gut 1937, 
sie guldun mid fiuru Ion sich zahlten Lohn mit Feuer 3605. 
Dagegen haben wir in der Stelle ' farköpös mid thinu kussu , verkaufst mit deinem Kusse 
4839 den Instrumentalis nicht zur Bezeichnung des Verkaufspreises — dieser bestand in den 
dreissig Silberlingen — sondern- zur Bezeichnung der äusseren Form, unter welcher Judas den 
Verkauf oder Verrath vollzog. 

Der Instrumental des Mittels findet sich ferner bei den Begriffen des Umfassens, Umfangens, 
Einhüllens, Bekleidens u. ähnl.: : ,. 

bifieng mid enu wordu (Gott, wordo) umfasste mit einem Wort 40, 
mid finistriu (Cott.) bifangan mit Finsterniss umfangen 4314, 
neblu (vgl. pag. 2) biwarp umgab mit Nebel 2911, 
biwand ina mid wädiu umwickelte ihn mit einem Gewand 379, 
garu mid goldu endi godowebbiu, gerüstet, bekleidet mit Gold und kostbarem 

Gewebe 3331, 
mid enu felisu belukun sie verschlossen mit einem Felsen 5742, --. 

heries kraftu bihabd eingeschlossen mit Heeresmacht 3694, ' • ^:-t 

werodu biworpan mit Mannschaft umringt 4229; ähnlich werodu bewurpan 4860. ••■.? 

frostu bifangan, vom Frost umfangen, ergriffen 4401, ; -^ > 

farfangana fiundö kraftu die von der Kraft der Feinde erfasste .3033. (Heyne im 
Glossar pag. 184 erklärt die Stelle anders; ich bin der Auffassung Schmellers 



vgl. Glossar pag. 31 gefolgt.) 



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Die zuletzt aufgeführten Beispiele führen uns auf eine Reihe von Stellen, in welchen wir . 
den Instrumental des Mittels bei verschiedenartigen Begriffen feindlichen Thuns finden: 

thurstu endi hungru bithwungan mit Durst und Hunger gequält 4400, ähnliclT 
mid thurstu bithwungan 3913, ^ 



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flundes krafta habdin nndar handan hatten unter den Händen mit der Kraft des 

Feindes 2274, 
drSf thanan drohtines kraftu trieb von dannen mit der Kraft des Herrn 2279, 
: ''i *^'*lltdp imu tegegnes folmo kraftu drang feindlich ein mit der Kraft der Hände !t876, 
- ';^? v llfolko kraftu fafaan mit der Kraft der Mannen gefangen nehmen 4823, '*-T^^ 
ittf^^v'! T^v^id qualmu ahtian mit Tod verfolgen 5331, "•*^ 

-■MW': ' ivwltiu giwaragean durch Strafe peinigen 2514, 
'* U:;"'^ .' - bihlagan mid hoscu verspottet mit Hohn 5302, ' "i'' 

'> -"^^ biswikan mid wammu mit Verbrechen verfuhren 1478, 

'" ' ' > wihtiu getiunean durch irgend etwas schaden 1812, / v^ 

, ,N • ; thoh man im iro herton an twe snidi mid swerdu wenn man auch ihnen ihr Öerz 
, ■.*^^-' " • entzwei schnitte mit dem Schwerte 747, 

;. '!'",. aslahan mid swerdu, erschlagen mit dem Schwerte 1906, 

;-3 swerdu gimalod mit dem Schwerte gezeichnet, verwundet 4878, 

.%' mid is mäkiu giheu, swerdu thiu scarpon hieb mit seinem Degen, mit dem scharfen 

'^ . Schwerte 4983 — 4984. 

Endlich sind noch einige Stellen aufzuzählen, in denen wir den Instrumental des Mittels 
bei verschiedenen Verben finden, welche sich weder einer der genannten Gruppen unterordnen, 
noch zu neuen Gruppen zusammenstellen lassen: '■ -ä-J^ 

;;>^. mid durdu obarseu, mid weodo übersäte mit Lolch, mit Unkraut 2546 — 2547, '''aS^' 

< , farstandan mid stridu kämpfend vertheidigen 4477, i '. 

.* * Ni wäniat gi thes mid wihtiu glaubet mit nichten daran 1420, 

he ökid sie mid ubilu gehwillku er vermehrt sie mit jeglichem üebel 3495, , '>^ 

- " thuru-gengit im mid guodu er durchdringt, erfüllt sich mit Gutem 3489, 

.;.-.., mid hwiu the man habdi giskuldit womit der Mann verschuldet habe 5183, 

X^ ■ mosu todian mit Speise füttern 1864, 

V -> mosu bimornian mit Speise versorgen 1870, 

',' mid w!nu awekidv durch den Wein angeregt 2053, ^\ 

7. w!nu giwlenkid durch Wein übermüthig geworden 2748, _-o 

' *" answebian mid släpu einschläfern mit Schlaf 5886, >- 

'■;; , mid megincraftu (Cott.) arihtid mit grosser Kraft errichtet 4279, /"'"T 

V "'' r' fiilliad mid iro ferahu erfüllten mit ihrem Leben 4331, 

' , hneg mid is höbdu neigte sich mit seinem Haupte 4832; ähnlich hnigun mid iro 

• h6bdu 5505, hlinoda mid is hobdu lehnte sich mit seinem Haupte 4605, • '*r 

mid is Intticon fingru aleskie mit seinem kleinen Finger lösche (nämlich die brennende 

/ Zunge) 3372. -■ .1^. 

.,^ .^ Was in einer aktivischen Construktion, deren Subject ein persönliches Wesen ist, als Mittel 

oder Werkzeug auftritt, ist nach Verwandlung der aktivischen Construktion in eine passivische 

und nach Weglassung des persönlichen Urhebers nicht mehr blosses Mittel oder Werkzeug, sondern 

erhebt sich schon zu der Bedeutung einer Ursache. Während also in dem Satze „Gott zerstörte 

Sodom durch Fener*' die Worte „durch Feuer" das Werkzeug der Zerstörung angeben, können 

dieselben Worte in der passivischen Wendung: „Sodom wurde durch Feuer zerstört", schon ids 

Bezeichnung der Ursache gefasst werden. 



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In ^dä erste» Falle ist diso fiaru der eigentiitne Ibistrnmental des Mittds; im zweiten 
Falle dagegen nähert es sich schon der Bedeutung eines kausalen Instrumentals, eines Instrumentals 
des Grundes und der Ursache. Nun lässt sich aber dieser Causalis, wo er bei einem 
eigentlichen Passivum steht, immer noch als Instrumental des Mittels fassen, insofern der personliche 
Urheber immer leicht hinzugedacht werden kann und eine Verwandlung in die aktivische 
Construction in Gedanken sich fast unwillkührlich vollzieht, und es sind deshalb unter die Bei^iele 
des vorigen Abschnittes mehrere Stellen aufgenommen worden, mit denen wir auch die Belege 
dieses Abschnittes hätten eröffnen können, so z. B.: 

swerdu gimalöd, durch das Schwert verwundet 4878. . >*' 

Da nun Beispiele dieser Art im vorigen Abschnitt bereits erledigt sind, so bleiben uns 
als Belege für den Causalis nur diejenigen Stellen, in denen wir ihn bei einem Intransitivum 
finden. In diesen zeigt sich uns der Instrumentalis nur als blosser Casus: .^ 

qualmu sweltan. durch Tod umkommen 750, 

eldes kraftu, fiuru bifallan an afgrundi durch die Kraft des Feuers, durch Feuer 

in den Abgrund niederstürzen 1953, 1954, . ^^ 

heti trahni wopu awellun heisse Zähren sprudelten vor lauter Klage hervor 4074. ' 

Hierher gehört auch die Stelle that imu wordu hördin, ut ei dicto audientes essent, dass 

sie aufs Wort d. h. auf Grund eines Wortes ihm gehorsam wären 2263. 

Endlich steht auch hwi (Heyne hwi) ohne Praeposition im Sinne von „warum^, also 

ebenfalls causal: 821, 4154, 4908. r - ■ 

An den Instrumental der Ursache schliesse ich den Instrumental des Masses bei 

Comparativen, indem ich ihn als eine Abart desselben betrachte. Es sind lauter Instrumentale von 

Adjectiven und Pronominibus, die so gebraucht werden; von einem Instrumental des Masses in 

einem Substantivum findet sich im Heliand kein Beispiel. • i. 

Sehr häufig findet sich mikilu, um vieles, eigentlich um ein Grosses, d. h. auf Grund 

eines Grossen, lat. multo, z. B. 

nähor mikilu viel näher 182, v 

mikilu betara viel besser 941, 

lioboron mikilu viel lieber 1685, und so noch 1729, 1783, 2483, 3771, 3903, 4586, 5827 ' 
thiu, um so, lat. eo, findet sich in folgenden Stellen: 
thiu ledaron desto od. um so feindlicher 323, 

thiu mer um so mehr 2070, 2286, • -v^' 

thiu bet desto besser 2350, ähnlich 2361, 2365, 2441 etc. etc. 
Endlich findet sich noch als Instrumental des Masses an einer Stelle sulicu, eo, tanio 
nämlich sulicu swidor um so viel stärker 1417. 

; ^ Bisher hatten wir den Instrumentalis in seiner eigentlichen Bedeutung und in Funktionen, 

die aus dieser sich unmittelbar oder mittelbar abstrahiren Hessen ; nun hat aber der Inatrumentalis 
im Heliand auch einige Funktionen der verloren 'gegangenen Casus übernehmen müssen und zwar 
zunächst des Ablativs. 

Der Ablativ ist der Casus der Trennung. So zeigt er sich uns im Sanskrit, wo er sich noöh 
rein erhalten d. h. wo er noch nicht die Funktionen anderer Casus übernommen hat Er steht also 
z. B. bei den Verben des Beraubens, Vermeidens zur Bezeichnung des Gegenstandes, dessen man 
beraubt; den man vermeidet. Wenn nun im Heliand in diesem Falle der Instrumeatalis gebraucht 



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wird, so dürfte der Schluss gerechtfertigt sein, dass Uer der Instrumental als Vertreter des rerloren 
gegangenen Ablativs fungirt. Dieser ablativisohe Instrumental steht immer ohne Praeposition. 

Zunächst finden sich zahlreiche Wendungen mit der Bedeutung „des Lebens berauben*'. Ja 
denen wir diesen ablativischen Instrumentalis angewandt sehen : ' -^xi^ 

^^ Ilbu biniman 306, 3861, 3888, S' 

J«if;-\2=^;H Itbu bineotan 1905, , ;*s . 

vl^; ;': - llbu bilösian 1435, 2677, 2782, 3091, 3532, 3948, 5072, • 

;;i,: höbdu biniman 730, 

«7^'' höbdu bihauwan 2808, 

bobdu bilösian 1445, 
aldru bineotan 1436, 
3; - - thiu ferhu biniman 5369, 

vvs : ferahu biniman 3845, 

**-i ^* ^- ■. ' ■ ' 

' ferahu bilösian 2726. 

:'■ Sodann gehört hierbei 

giwittiu biniman des Verstandes berauben 2991, endlich 

wöpu awtsian sich der Wehklage enthalten 3690. 
Der Instrumentalis im Ueliand ist aber auch an manchen Stellen der Vertreter des ver- 
lorengegangenen Lokalis. Er findet sich als solcher nur in Verbindung mit Praepositionen, und 
die Bedeutung dieser letzteren ist es namentlich, was mich veranlasst, die dahinter stehenden 
Instrumentale für Vertreter des Lokalis zu halten. Freilich haben die Praepositionen von Hause 
aus keineswegs die Kraft, einen Casus zu regieren. Im Gegentheil: die Casus waren zuerst da und 
bezeichneten ohne die Hülfe dabeistehender Praepositionen das, was sie später mit diesen aua- 
drückten. Die ursprünglich nur als Adverbien vorkommenden Praepositionen traten dann hinxa 
lediglich zur Verstärkung der in dem blossen Casus schon liegenden Funktion, und erst in einw 
weiteren Stufe der Sprachentwickelung, als der phonetische Verfall um sich griff, als mehrere Casus 
sich formal deckten oder ganz verloren giengen und die Casusendungen sich abschwächten, da 
ward die Praeposition in vielen Fällen der alleinige Träger der Funktion, welche ursprünglich der 
blosse Casus versehen hatte, so wie wir es in den jetzigen romanischen Sprachen am stärksten 
ausgeprägt finden. Auf dieser letzten Stufe der Sprachentwicklung steht nun das AltsächsiscLe, die 
Sprache des Heliaud, allerdings noch nicht; in mehreren Funktionen findet sich, wie wir oben 
gesehen haben , der blosse Instrumentalis neben dem durch eine Praeposition verstärkten ohne 
Unterschied der Bedeutung, in anderen kommt er nur al& blosser Casus vor, aber immerhin gestattet 
auch hier schon die Bedeutung der Praeposition einen Schluss auf die Funktion des dahinter 
stehenden Casus. Denn, wie Delbrück a. a. O. p. 22 richtig bemerkt, muss ein Adverbium, wenn 
es einen Casus näher bestimmen soll, begrifflich mit ihm irgend eine Berührung zeigen, und es 
kann z. B. ein Casus, welcher bedeutet „von etwas her" nicht durch ein Adverbium erläutert werden,., 
welches „mitten darin" bedeutet. Ein Adverbium,, welches die räumliche Trennung bezeichnel^..' 
kann als Praeposition von Hause aus nur in Verbindung mit einem Ablativ gedacht werden; wens- 
es dagegen das lokale Ruhen in etwas bedeutet, so ist der Casus, mit dem es als Praeposition 
zuerst gedacht werden muss, offenbar der Lokalis. Wenn also die lokale Praeposition an mit der 
Bedeutung in, an, auf, zu, bei = lat. in, griech. iv mit dem Instrumental sich findet, so w»*deB 
wir diesen als den Vertreter des Lokalis anzusehen haben. Es findet sich aber an mit dem Instru- 
mentalis in rein lokaler Bedeutung an folgenden Stellen: . 7 >'/^.? * *" 

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' an thia daran, ea in rc 1524, 3222/ ■-.; 

' j^.; an thiostriu in der Finsterniss 3602 (Mon.)) 

'-: an höh holm - klibu auf hohem Berge 1396. 

Wie im Griechischen htl mit dem lokalen Dativ neben der ursprünglichen Bedeutung 
„bei" auch die Bedeutung „zum Zweck** angenommen hat, so sehen wir, dass auch das alt- 
sächsische „an** mit dem lokalen Instrumentalis an einer Stelle in die finale Bedeutung übergegangen 
ist. Es findet sich 3260 an thiu, the auf dass, damit. ~"^'"? 

Eine zweite Praeposition, welche mit dem lokalen Instrumentalis vorkommt, ist bi oder be, 
bei, an. Freilich hat sie den Instrumental nicht in der eigentlich lokalen Bedeutung bei sich, 
sondern steht entweder im finalen oder kausalen Sinne. Für den letzteren Gebrauch erinnere ich 
wieder an eine Analogie des Griechischen und zwar an den Gebrauch des ini c. dat. bei den 
Verben des A£fekts. Diese Analogie liegt um so näher, als auch das altsächsische bi mit dem 
lokalen Instrumental namentlich bei einem Verbum des Affekts, bei wundrön sich wundern, mehrfach 
vorkommt, nämlich 816, 817: sie wundrodun alle, bi hwi, sie wunderten sich alle, wie oder in 
wiefern, eigentlich auf Grund wessen. Dasselbe bi hwi findet sich nach demselben Verbum noch 
176 203, 5026; sonst steht es noch in kausaler Bedeutung (weswegen, warum) 1065: ef thu sts 
godes sunu, bi hwi ni hetis thu etc., wenn du bist Gottes Sonn, weshalb heissest du nicht u. s. w,, 
ähnlich 3625 bi hwiu thiu märia bürg Hiericho hetid, weshalb die hehre Burg Jericho heisst. 

Wie bi hwi (hwiu), so findet sich auch bi thiu im kausalen Sinne. So z. B. bi thiu 
was is giwit mikil, deshalb war sein Wissen gross 575, ähnlich 1515, 1518, 1664, 2365, 3606, 4432, 
5041, 5386, 5395 etc. ; 

Im finalen Sinne haben wir bi hwi in der Stelle gi skulun mi te wärun seggean, bi hwi 
gi sin te thesun lande kumana , ihr sollt mir der Wahrheit gemäss sagen , weswegen, d. h. zu 
welchem Zwecke ihr in dieses Land gekommen seid 561, 562, und so noch 565, 829, 4836, 4838. 

bi thiu findet sich im finalen Sinne in der Stelle 1420 u. 1421 : Ni wäniat gi, that ik bi 
thiu an thesa werold quämi, that ik etc. Wähnet nicht, dass ich zu dem Zweck in diese Welt 
gekommen sei, dass ich etc. 

Eine dritte Praeposition lokaler Bedeutung, welche sich im Heliand in Verbindung mit 
Instrumentalformen findet, ist te = zu. Im eigentlich lokalen Sinne kommt sie mit dem Instrumental 
so Wfcoig vor, wie das eben besprochene bi, auch sie hat im Heliand nur zwei Instrumentalformen 
hinter sich, nämlich hwi und thiu, und in ihren Funktionen deckt sie sich gleichfalls theilweise 
mit bi und mit an. « ' 

te hwi in der Bedeutung wozu, zu welchem Zweck, findet sich sehr häufig, z. B. te hwi 
gi kumad, zu welchem Zweck kommt ihr? 555; ebenso 1549, 1553, 1705, 2953, 3817, 3988, 5344. 

5638, 5851, 5968. i:\^ 

Ebenso ist te thiu deswegen ahd. zidiu mhd. zediu, zu diesem Zweck sehr häufig, z. B, 

newan that sia fiorl te thiu gekorana wurdun, ausser dass sie vier dazu erkoren wurden, Id;. 

ebenso 1459, 2518, 3569, 5425. 

Mit nachfolgendem that = damit dass kommt es noch häufiger vor, z. B. te thiu that he 

»lösdi, damit dass er erlöse 248; ebenso 1239, 1428, 2537, 3534, 3839, 4149, 4520, 4593 etc. 

Viel näher als die Zweckbezeichnung liegt in der Regel dem Lokalis die Bezeichnung 

temporaler Verhältnisse (man vergleiche Delbrück in der obenangeführten Schrift p. 40), so daw 

man sich wundern muss, dass die Praepositionen an und bi mit dem lokalen Instrumentalis in 



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temporaler Bedeatang gar nicht Torkommen; bei te findet nch dieser Gebrauch siemlich häufig 
und zwar in Verbindung mit thiu und nachfolgendem that in der Bedeutung bis dahin, dass od«* 
einfiftch bis dass, z. B. Tho ni was lang te ihiu, that im th&r an drftma quam drohtinee engil, 
da war (dauerte) es nicht lange, bis dass da zu ihm im Traume der Engel des Herrn kam 315, 
ebenso 959, 2016, 2254, 2782, 4888, und zwar haben wir in allen diesen SteUen die episch breite 
Wendung ni was oder nis lang te thiu, that, ftlr unser kurzes „bald darauf oder ein&ch „baid^f .. 
.<.-r?^^ Kommen bi und te wenigstens noch mit zwei verschiedenen Instrumentalen vor, so sind 
auf den einzigen Instrumental thiu beschränkt die Praepositionen widar, wid, after, for (far, ftw», 
fori), undar. .-^f" 

• ^C^ij^iA;/ *^ Was zunächst die Praeposition widar anbelangt, so kommt sie an einer Stelle in Verbindung '^t 
mit einem Akkusativ in der lokalen Bedeutung gegen vor. Da nun die Bezeichnung* lokaler .'. ;, 
Verhältnisse überall, wo sie bei Praepositionen vorkommt , deren ursprünglichste Funktion ist, und idle ;i*;^ 
Bedeutungen, welche widar sonst noch hat, auch diejenigen, in denen es mit dem Instrumental «; 

., . .vorkommt, aus der lokalen Grundbedeutung sich leicht ableiten lassen (man vgl. Heyne Gl. p. 361), ^'. 

'|! so sehe ich auch in dem hinter widar dreimal vorkommenden Instrumental thiu einen Vertreter '. 

i^\ des Lokalis. . •; 

^r Zweimal findet sich nun widar mit thiu und nachfolgendem the in der Bedeutung des 

griechischen ävii, anstatt, als Gegengeschenk, als Entgelt, als Lohn. He is garu simbla widar thiu 
te gebanne, the man ina gerno bidid, er ist immer bereit zu geben als Entgelt dafür, dass man :' 

ihn gerne bittet 1796. So skal alloro erlö gihwes werk geththan widar thiu, the he thius min 
Word frumid, so soll das Werk eines jedes Mannes gedeihen dafür (als Lohn dafür), dass er diese 
meine Worte erfüllt 1826. So erklärt richtig Heyne die beiden Stellen. Schmeller im Glossar 
übersetzt widar thiu, the mit ideo quod, propterea quod. 

Etw:i8 Anderes bedeutet widar thiu in der Stelle wesat in so wura widar thiu hütet 
euch davor 1883; doch ist auch hier die Ableitung der Bedeutung aus der Grundbedeutung des 
Lokalis nicht schwierig. Denn wer sich gegen eine Sache schützen will, kann sehr wohl gedacht '" 

werden als einer, der abwehrend ihr entgegen tritt, oder ihr gegenübersteht. 

w i d thiu findet sich an zwei Stellen , nämlich ni lätan usa fera wid thiu wihtcs wirdig ' 

halten unser Leben im Vergleich damit für werthlos, 4000. that he gäbi is drohtin wid thiu, - 

dass er verriethe seinen Herrn dafür (nämlich' für die dreissig Silberlinge) 4492. 

Die Bedeutung des wid thiu an diesen beiden Stellen fallt mit der Bedeutung des widar -'y^. 

thiu 1796 und 1826 ziemlich zusammen, wie ja auch die beiden Praepositionen etymologisch "' ' y^ 

-zusammenhängen. ..,'>: 

Was den Instrumental thiu hinter after anbelangt, so findet er sich sehr häufig in der ' > 

Bedeutung hernach, darauf, dann, z. B. That ward thuo al mid worden godas fasto bifangen endi ~ /' 

■ gifrumid after thiu etc. Das ward da alles mit Worten Gottes genau bezeichnet und verfugt >r^ 

nachher etc. 42. 43. Andere Stellen sind 113, 192, 196, 243, 304, 512 etc. :/ '^^--'t 

^^' \. ; ! Wir haben also hier, wie bei te thiu an einigen Stellen die Anwendung des lokal«i 
Instrumentals zur Bezeichnung eines temporalen Verhältnisses. •.> - ^ 

r4i; v: Bezeichnet after in seiner Grundbedeutung das lokale hinter, so ist das gerade Gegentheil 
davon for, far, fora, furi, vor. Es findet sich dreimal in Verbindung mit dem Instrumental 
thiu, doch nicht in der ursprünglichen lokalen Bedeutung, sondern in übertragenem Sinne. ^^:^'^r^ 



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- ;.. &r thia gi 8org6n skolun, desw^en sollt ihr dafür sollen -18^,-. ihnlich 4357 und i377. 
In allen drei Stellen haben wir das far thiu (fora thiu, for thiu) in der Funktion des lat. proinde 
bei AufPorderungssatzen. Das unmittelbar vor dem far thiu stehende, auf welches sich thin zurück- 
bezieht, ist in allen drei Fällen etwas, wogegen oder zum Schutz wovor etwas zu thun der Satz 
mit far thiu auffordert. Der Zusammenhang mit der Grundbedeutung ergiebt sich hier ebenso leicht, 
wie bei dem 1883 vorkommenden widar thiu. Giengen wir dort auf die Vorstellung des räumlichen 
Gegen über Stehens zurück, so haben wir hier den sich Schützenden uns zu denken als einen, 
der vor eine Sache abwehrend hintritt. Dieser Zusammenhang mit der lokalen Grundbedeutung 
des far veranlasst mich auch in dem thiu hinter dieser Praeposition einen lokalen Instrumental zu 
sehen, obgleich ich mich hier im Widerspruch mit Delbrück befinde, welcher a. a. O. p. 23 in dem 
hinter fora stehenden Dativ themu wihe, vor dem Tempel 3759 einen Vertreter des Ablativs sieht, 
mithin auch, obgleich er dies nicht ausdrücklich sagt, in dem thiu hinter far keinen lokalen, 
sondern ablativischen Instrumentalis annehmen müsste. Es hat ihn zu jener Ansicht die etymologische 
Verwandtschaft des alts. fora, far etc., goth. faura mit dem altind. puräs und purä, lat. pro und 
prae veranlasst, welche allerdings den Ablativ nach sich haben. 

Endlich findet sich der lokale Instrumental thiu noch hinter der Praeposition u n d a r und 
zwar an zwei Stellen: undar thiu wirdid therö gumono hugi awekid, unter dessen wird der 
Geist der Männer angeregt, 2052, ebenso steht in dem Sinne des lat. interea, während der Zeit, 
undar thiu 2854. Die Grundbedeutung des undar ist das räumliche „unter" im Gegensatz zu .. ;'; 
„über", sodann heisst es lokal „unter" im Sinne des lat. inter und von hier aus geht es in die /.^ 
temporale Bedeutung „während" über, in welcher es in den angeführten Stellen den Instrumental <!;; 
nach sich hat. - .- 

Fassen wir die Hauptresultate unserer Untersuchung über die Syntaxis des Instrumentals '-'-fy, 
im Heliand kurz zusammen, so ergibt sich, dass dieser Casus entweder als eigentlicher Instrumental Vl^ 
oder als Vertreter des Ablativs oder endlich als Vertreter des Lokalis vorkommt. Die erstgenannte . "v!.- 
Funktion zeigt er in der überwiegenden Mehrzahl der Stellen und zwar entweder als blosser Casus .ß 
oder mit der Praeposition mid, als Vertreter des Ablativs kommt er sehr viel seltener und nur als '.--i 
blosser Casus vor, während er als Vertreter des Lokalis nur hinter Praepositionen steht und sich 
im Wesentlichen auf die Instrumentalformen hwi und thiu beschränkt. 

Die Betrachtung der syntaktischen Eigenthümlichkeiten des Instrumentalis gab aber auch 
Gelegenheit, sämmtliche Substantiva, welche in unzweifelhaften Instrumentalformen vorkommen, zur "^ 
Aufzählung zu bringen. Es sind im Ganzen 57; rechnen wir dazu die pag. 3 ff. aufgezählten ^J 
9 Adjektiva und Participia und die ebendaselbst belegten 11 Zahlwörter und Pronomina, so beläuft v^' 
sich die Zahl der Formen, welche eine deutliche Instrumentalendung an sich tragen, auf 77, eine ^ 
geringe Zahl im Verhältniss zu dem bedeutenden Wortschatz des so umfangreichen Gedichtes (bei / iJ; 
Heyne umfasst es 5985 Verse). ; '•• ? 

Selbstverständlich konnte nur auf diese unzweifelhaften Instrumentale die syntaktische 
Untersuchung aufgebaut werden, allein es ist sehr wahrscheinlich, dass wir noch eine Anzahl 
versteckter Instrumentale, wie ich sie nennen möchte, anzunehmen haben d. h. solcher Instrumentale, 
welche der Form nach mit anderen Casus zusammenfallen. Haben wir doch dafür Analogien in 
allen urverwandten Sprachen, selbst in derjenigen, welche noch die grösste Formenfulle in der 
Nominalflexion besitzt, im Sanskrit. Wenn es z. B. 5919 heisst hofhu awisan, Klage unterdrücken, 

sein, syntaktisch aber Hesse sich dieser unmöglich 



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so kann 


zwar 


der Form 


nach 


hofiiu Dativ 


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erklären, denn awtsan gebort nach pag. 9 zu den Verben, welche zur Bezeichnung des Gegen- 
stanäes, von dem man sich oder Andere fem hält, den ablativischen Instrumental oder, wie wir 
w^äsat sehen werden, den ablativischen Genitiv, niemals aber den Dativ bei sich haben, und ist 
hofiiu an der genannten Stelle Instrumental, so hindert uns nichts, es auch in den Stellen: mid 
hofnu kümian mit Klage betrauern 3501, 5523, hofnu kümda 4070, als Instrumental zu fassen, 
obgleich hier, wie wir sehen werden, auch der Dativ syntaktisch zu rechtfertigen wäre. Ebenso 
?CrtCiferhält es sich wohl mit manchen anderen scheinbaren Dativformen starker Feminina, so z. B. 
foldu bifolhan, mit Erde begraben 4076, 4133, ähnlich 5729, 5742, starkaru stemniu hröpan, mit 
starker Stimme rufen, 4099. 

Ich vermuthe daher, dass bei dem starken Femininum, sowohl der Substantiva als auch 
der Adjektiva, der instr. sing, im Sprachbewusstsein wohl noch existirte, wenn er auch in der Form 
mit dem Dativ zusammenfiel. 

Allein ich gehe noch weiter. In den Wendungen wtsun wordun sprekan, mit weisen 
Worten sprechen 825, thristion worden seggian, mit traurigen Worten sagen 2550, wärun wordun 
seggian, mit wahren Worten sagen 4043, wordun frobrean, mit Worten trösten 4018, wordun 
wehslon, mit Worten reden 4030, ferner wurtiun biwerpan, mit Kräutern umgeben 2522, endlich 
fotun spurnan, mit Füssen treten 1372, wäpnes eggiun witnon , mit der Schärfe der WaflTe 
tödten, 5137, 5245, ähnlich 645, 742 etc., mäkeas eggiun bihauwan, mit der Schärfe des Schwertes 
abhauen, 2807, ähnlich 4877, skarpun ski\run witnon, mit scharfen Waffen tödten, 5138, mid 
stdnon starken awerpan, mit starken Steinen zu Tode werfen, 3991, in allen diesen Wendungen 
haben wir scheinbare Dative Pluralis in instrumentaler Bedeutung bei Begriffen, welche nach 
pag. 7 mehrfach mit unzweifelhaften Instrumentalen vorkommen. Ich sehe daher auch in den 
angeführten Dativen Pluralis versteckte Instrumentale und glaube, dass wenigstens in der starken 
Deklination der Instrumental Pluralis wenn auch in einer mit dem Dativ zusammenfallenden Form 
existirte. Ich trage daher auch kein Bedenken, noch in einer Reihe anderer Wendungen, wie 
z. B. fingron skrtban, mit den Fingern schreiben 32, handun saian, mit den Händen säen 2390, 
2543, bediun handun bregdan, mit beiden Händen flechten, 1177 handun helean, mit den Händen 
heilen 2272 etc. etc. versteckte Instrumentale anzunehmen. Freilich muss hier zugestanden werden, 
dass an allen diesen Stellen auch an den Dativ als an den spätem Vertreter des eigentlichen 
Instrumentals gedacht werden kann. 

Man wird vielleicht fragen, wie sich die beiden Glossare von Schmeller und Heyne zu 
dieser Frage verhalten. Schmeller bezeichnet das oben erwähnte hofnu ausdrücklich als Instrumental, 
stemniu als Dativ (Instrum.), bei foldu hat er gar keine Casusbezeichnung; Heyne dagegen 
bezeichnet alle drei Formen ausdrücklich als Dative Letzterer scheint demnach an eine Existenz 
eines instr. sing, der starken Feminina nicht zu glauben, während Schmeller, da er ganz identische 
Fälle so verschieden beurtheilt, über die ganze Sache im Zweifel zu sein scheint umgekehrt 
verhalten sich die beiden Glossare hinsichtlich der angeführten Pluralformen. Schmeller gibt 
überall ausdrücklich den Dativ an, nur bei skürun hat er gar keine Casusbezeichnung; er scheint 
also keinen Instrumental Pluralis annehmen zu wollen, wogegen Heyne schwankt, indem er eggiun 
ausdrücklich als Instrumental bezeichnet, in allen übrigen Fällen den Dativ angibt. 
-;f , Wenn nun aber auch wahrscheinlich durch solche versteckte Instrumentale die Zahl det^' 
vorkommenden Belegstellen noch erheblich sich vermehrt, so ist doch der Instrumental im HeJiand 
ein schon sehr im Absterben begriffener Casus. ■ -^ .'*t- 



A. 



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^.|h^' Es zeigt sich dies namentlich auch in dem Auseinandergehen der Handschriften. In einer 
Reihe von Fällen, wo die eine derselben den Instrumental noch hat, zeigt die andere in demselben 
Worte einen andern Casus. . -vf t.*^ 

/- Ein anderer Beweis von dem allmähligen Verlorengehen des Instrumentals ist die mehrfiuih 

vorkommende Erscheinung, dass beide Handschriften sogar in Worten, welche in Instrumentalform 
anderweitig belegt sind, statt des Instrumentals die vertretenden Casus haben eintreten lassen. Er 
ist nun der Vertreter des eigentlichen Instrumentals in den meisten Fällen der Dativ und zwar 
fast immer mit der Praeposition mid. So hat der Monacensis die Dativformen finre 3605, werode 
3715, ferhe 4167, meginkraft 4279, finistre 4314, dröre 4155, wo der Cottonianus noch die 
entsprechenden Instrumentalformen aufweist; das Umgekehrte findet nur einmal statt: 3033 hat der 
Cottonianus schon den Dativ crafte, der Monacensis noch den Instrumental craftu. In beiden 
Handschriften lesen wir 5116 mid werode biwerpan, mit Mannschaft umgeben, obwohl der Instru- 
mental werodu mehrfach, zweimal sogar bei demselben Verbum vorkommt, vgl. pag. 7. Ebenso 
zeigen beide Handschriften die Dativform othier (Cott.) oder (Mon.) 3520, oder 4789, obwohl der 
Instrumental odru 3498, odaru 3209 vorkommt. 

1168 heisst es mid them godes barne gangan, mit dem Kinde Gottes gehen, obgleich an 
zwei Stellen in demselben Sinne der instr. barnu vorkommt, vgl. p. 4. 

Auffallender Weise findet sich an einigen Stellen auch der Genetiv als Vertreter des 
eigentlichen Instrumentals. Den Instrumental des Mittels ersetzt der Genetiv in der Stelle that he 
spräkonö gesponi endi spahun wordun, dass er mit Reden verlocke und mit schlauen Worten 2719 
und 2720, wo also dem Genetiv ein Instrumental oder wenigstens instrumentaler Dativ parallel 
läuft, ebenso steht der Genetiv instrumental biiitan so ina waldand-god helages gestes gimarköda, 
vielmehr ordnete Gott ihn, d. h. seine Geburt durch den heiligen Geist an 2793, endlich röbödun 
ina rödes lakanes, bekleideten ihn mit einem rothen Tuch, 5499, eine Stelle, welche Delbrück a. a. 
O. p. 8 missverstanden hat. 

In der Stelle ni thu menes ni sweri, schwöre nicht in frevelhafter Weise 3270 haben wir 
den Genetiv an Stelle des modalen Instrumentalis (vgl. pag. 5), ebenso in der Stelle that the lasto 
dag lichtes skine, dass der letzte Tag mit Licht, glanzvoll scheine 4290. 

Viel häufiger aber tritt der Genetiv an die Stelle des ablativischen Instrumentais bei 
den Verben des Trennens, Beraubens, Befreiens, Hinderns u. s. w. 

So findet sich libes bilösian des Lebens berauben 1 442, obwohl der ablativische Instrumental 
llbu bei demselben Verbum mehrmals vorkommt (vgl. p. 9.) 

sulikoru diurdö bidelide solcher Ehren beraubt 2140, ähnlich 4441 iuwarö diurdä bidSlian 
wo Grimm die Lesart diurdo irrthümlich für einen Dativ hält. 

Ferner gehören hierher die Wendungen: 

sundeono tömean od. atömian, von Sünden erlösen 1577, 1719, 
nides atdmian von Hass befreien 5571, , , 

mordies atuomian vom Tod erlösen 5310, " •. ;>7 

•. ." ■ •■ lides alärian von Leid befreien 2016, 'v' 

i .. ; elleandädi biniman der Zeugungskraft berauben 151, • .. ... ;,i?>^ 

^•: . spräkä bilösian der Sprache berauben 173, ..i-rr*' " 



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lddes thioges al&taQ.vom B6sea befreien 1569, ähnlieh 101, 1617, 5038, 
i.fit*i' > managord meoskuldiu alatan, von manchen Verschuldungen lossprechen 1610, 
,^/-- ;,.-,. balu-suhteö antbindan, von todlichen Krankheiten befreien 2352, , -;4ij?> 

>V^^' Vi! < mSn - gith^teö, sundeond sikordn, von frevelhaften Gedanken, von Sunden b^reien 892, 
*ii^'*i' -•' 8i<i®8 gilettian am Gange hindern 2955, -...^-xl.^ 

■[■^'■^iyyj'jy"-.-. ' _ thes gildbon lettian am Glauben hindern 3650, - : . .jc^ 

5^T '.'.;.> -. trewond giswlkan von der Treue weichen 4578, : %. , 

"«}' r: thegan - skepies giswtkan der Jüngerschaft untreu werden 4669, ' ' 

■yl:'- ' ' Itbes, huldeö, lichtes tholön oder tholöian, des Lebens, der Huld, des Lichtes 

^ . verlustig gehen 4146, 5017, 3552, i> - 

aldres ahtian, des Lebens berauben . (obgleich der Instrumental aldru in demselben 

Sinne bezeugt ist, vgl. pag. 9) 704, 3090, 5331, 3846, 4615 etc. etc. - .. .- 

thero wordd wenkian der Zusage untreu werden 4577, 

thes mäges, edwordd, is, irä mtdan den Verwandten, Eide, ihn, sie vermeiden 1499, 
1516, 1634, 2717. 

Vergleichen wir diese Belegstellen mit den Beispielen zum ablativischen Instrumentalis, so 
begegnen wir an beiden Orten den Verben biniman und bilösian, jedoch dort viel häufiger als 
hier, so dass also bei beiden der ablativische Instrumental noch der gewöhnliche Casus gewesen 
zu sein scheint; ebenso finden sich hier wie dort die Substantiva l!f und aldar Leben, und zwar 
das erstere dort, das zweite hier häufiger, sonst zeigt der ablativische Genetiv eine grössere 
Abwiechselung sowohl in den Verben, bei welchen er steht, als in den Substantiven, in welchen er 
vorkommt, und der ablativische Instrumental beschränkt sich im Wesentlichen auf die eine Wendung 
„des Lebens berauben." Vielleicht hielt sich diese Wendung als eine der feierlichen Gerichts- 
sprache angehörige noch etwas länger in der ursprünglichen alterthümlichen Form. 

4 

Da jedoch auch der ablativische Genetiv in derselben Wendung und in denselben Worten 
bereits vorkommt, so kann die Frage gerechtfertigt erscheinen, ob der Genetiv gleichzeitig mit dem 
Instrumental die Vertretung des Ablativs übernommen habe oder ob der ablativische Instrumental 
die Brücke bilde vom Ablativ zum Genetiv, so dass dieser an die Stelle des ablativischeu 
Instrumentals getreten sei. Angesichts der Thatsache, dass die genannte Wendung nur an einer 
Stelle im Heliand. Itbes bilösian, an sieben Stellen dagegen noch libu bilösian heisst, halte ich das 
Letztere für das Wahrscheinlichere. Freilich verlor auch der Genetiv sehr bald an Kraft und 
schon im Heliand treten an manchen Stellen bei den Verben des Beraubens etc. die Praepositionen ;, 
af, fan (fon)- für ihn ein. Man vergleiche af sultkun suhtiun atömian, von solchen Krankheiten 
befreien, 2992, ähnlich 2102, 3565, 249, 1108, 2265, 5571, 5734. 

Was endlich die V^ertretung des lokalen Instrumentalis anbelangt, so tritt zunächst an 
die Stelle des an mit dem Instrumental in rein lokaler Bedeutung meistens an mit dem Dativ. 

Unter den p. 10 angeführten Belegstellen für an mit dem Instrumental in rein lokaler 
Bedeutung ist eine, in der die eine der Handschriften bereits den Dativ statt des Instrumentals 
aufweist; 3602 hat der Monacensis die Instrumentalform thiustriu bewahrt, der Ck)ttonianus hat 
die Datiyform thiustre. < 

... „: ;. Zahlreiche Stellen, in denen beide Handschriften das lokale an mit dem Dativ haben, findet 
miur bei Heyne im Glossar p. 151. . >>' . 



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16 






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~ ,.' An einer Stelle, welche auch Delbrück a. a. O. p. 31 anf&hrt, findet sich als Vertreter de« 
lokalen Instrumentalis der blosse Dativ: ni forhti thu thtnum ferhe, furchte dich nicht in deinem 
Geiste 263. ^ ^ ■ •. • . • ■■ • •■'-«ikivv-Y-orf-'».'^. 

Das finale an mit dem lokalen Instrumental, woför eine Belegstelle oben angeführt worden 
ist, findet keine Vertretung durch einen anderen Casus, was beigreiflich ist, wenn wir bedenken, 
dass der lokale Instrumental in derselben finalen Bedeutung noch an zahlreichen Stellen hinter 
anderen Praepositionen , nämlich hinter bi und namentlich hinter te (vgl. p. 11) sich erhalten hat. 
Aus demselben Grunde ist es denn auch nicht zu verwundern, dass die Praeposition bi im finalen 
Sinne keinen anderen Casus, als den lokalen Instrumental nach sich hat, während es im kausalen 
Sinne häufiger mit dem Dativ verbunden wird. Vgl. Heyne Gl. p. 159. 

te mit dem lokalen Instrumental wird sowohl in finaler, wie in temporaler Bedeutung durch 
te mit dem Dativ vertreten. Vgl. Heyne Gl. p. 321 ff: 

widar wird in denselben Bedeutungen, in denen es den lokalen Instrumental nach sich hat, 
auch mit dem Dativ verbunden, Heyne Gl. p. 361. 

wid hat auch in der Bedeutung gegen, für, bei Begriffen des Kaufens, Verkaufens neben 
dem lokalen Instrumental den Dativ bei sich. Vgl. Heyne Gl. p. 360. 

after hat im temporalen Sinne, in welchem es mit dem lokalen Instrumental vorkommt, 
mehrfach auch den Dativ bei sich, vgl. Heyne Gl. p. 148. 

far, for, fora findet sich in ganz demselben Sinne, in welchem es an mehreren Stellen mit 
dem lokalen Instrumental vorkam, mit dem Dativ nicht, aber doch in ähnlicher Bedeutung; vgl. 
Heyne Gl. p. 190 ff, namentlich in der Stelle: thenkean fora themu thinge sich vor dem jüngsten 
Gerichte vorsehen 4378. 

Was endlich undar anbelangt, so kommt es in der temporalen Bedeutung „während" nur 
mit dem lokalen Instrumental vor. 

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass wenn auch nicht in allen, so doch in den meisten 
Fällen der Dativ für den lokalen Instrumentalis eingetreten ist. 

Freilich lässt sich auch hier wieder die Frage aufwerfen, ob denn eigentlich von einer 
Vertretung des seinerseits schon vertretenden Instrumentals die Rede sein könne oder ob nicht der 
Dativ von vornherein gleichzeitig mit dem Instrumental die Funktionen des absterbenden Lokalis 
übernommen habe. 

Ich habe mich auch hier von vornherein der ersteren Auffassung angeschlossen, verkenne 
aber nicht, dass ein zwingender Beweis für die Richtigkeit derselben hier noch weniger sich geben 
lässt, als bei der Frage nach dem Verhältniss des ablativischen Instrumentals zum ablativischen 
Genetiv. Soviel steht fest, dass im Heliand für den Instrumental in seiner eigentlichen Bedeutung bei 
seinem Absterben kein anderer Casus als der Dativ und Genetiv eingetreten ist. 

Somit bin ich ans Ende meiner Untersuchung über den Instrumental im Heliand gelangt; 
zum Schluss nur noch einige Bemerkungen über das Verhältniss der beiden Handschriflen und des 
Heyneschen Textes zu den Instrumentalformen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei nur um 
eine Zusammenstellung der gelegentlich schon gemachten Wahrnehmungen. 

Es ist bereits pag. 2 gezeigt worden, dass die abgeschwächte Instrumentalendung o sich 
häufiger im Monacensis als im Cottonianus findet. Hierbei ist noch zu beachten, dass von den 
Stellen, in welchen der Cottonianus o hat, zwei sich in der Einleitung befinden, welche im 
Monacensis ganz fehlt, so dass dieselben für den Vergleich fortfallen. Die Aufzählung der 



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vei^ürzten Instrumentale auf i vgl. pig.-^^igtcK ferner, r 'Utas' der ^CAttonianns an den meisten 
Stellen, der Monacensis nur an wenigen die ursprüngliche Form auf iu noch erhalten hat, und 
pag. 14 ist nachj^ewiesen worden,' dass derselbe an manchen Steifen noch den Instrumental hat, 
wio imMonaceusiä der Dativ steht, wahreüd das Ukngekefarte nu^ vereinzelt uns begegnet. Ei 
fölgt'^ daraus, dass dür Cottöhianus entweder einer Zeit seine Eütst^hüng verdankt, in welcher der 
Itistrumenlär dfem Sprachbewnsstsein noch verträtiter war, als zu der Zeit, in der der Monaeends 
entstand, dass er klso älter i£ft, als dieser, oder dagg er aus der Hand eines sorgfaltigeren und 
gewissenhafteren Schreibers hervorgieng, dass er also besser ist, oder endlich, was das Wahrsofaeinlichsttf 
ist, dass er beides zugleich ist, nämlich älter und' besser, als der Monacensis. In diesem Resultat 
treffen wir denn auch mit Heyne zuestmmen, der aber trotzdem aus Gründen, die er in der Vorred« 
zu seiner Ausgabe' anfuhrt, den Monacensis zu Grunde gelegt hat. Freilich hat er es nicht gethui, 
ohne ihn an tnanchen Stellen zu korrigieren; auch hinsichtlich der Instrumentalformen zeigen sich 
in seinem Texte Abweichungen von dem Monacensis so gut, wie von dem Cottonianus, wo dieser \r/ 
allein vorhahden ist. Hierbei vermisse ich nun die rechte Consequenz. Den Formen auf o gegenüber - tJsf 
vgl. pag. ^ zeigt Heyne das Bestreben, die ungeschwächte Instrumentalform wiederherzustellen; -^'v 
er thut dies sogar da, wo keine der beiden Handschriften die Form auf u aufweist; nur an drei ^yT- 
Stellen hat er die Form auf o erhalten. 4654 hat er hweo des Monacensis beibehalten, wo er .. ' t 
konsequenterweise hwiu hätte schreiben sollen. 2547 hat er im Text die Lesart des Cottonianus ^ 
— der Monacensis fehlt hier — weodo beibehalten, in das Glossar dagegen weodu angenommen, '>5 
endlich hat er auch 40 bei der Lesart des Cottonianus wordo sich beruhigt. Während er aber 
hier im Ganzen doch unverkennbar auf eine Herstellung der ursprünglichen Instrumentalform ' : 
ausgeht, hat er anstatt der Formen auf i nur da das iu hergestellt, wo es im Monacensis steht. 
Wie er hier die ursprünglichen Instrumentale, die der Cottonianus bot, verschmäht hat, so noch an /' '- 
manchen anderen Sf eilen. 2597 hat er den Dativ crafta des Mon. gegen den Instrumental craftn 
des Cott. beibehalten, 4279 megincrafl (Mon.) dem meg^ncrafta (Cott.), 3715 werode (Mon.) dem 
werodu '(Cdtt.), 4314 finistre (Mon.) dem finistriu (Cott.) vorgezogen. • • i.4 ' i 

Meines Erachtens hätte Heyne das den Formen auf o gegenüber eingeschlagene yerfafaren f. 
auch den Formen auf i gegenüber festhalten oder wenigstens da die Form auf iu herstellen sollen, ; ^ 
wo sie der Cott. hat, und statt der Dative mussteniu den eben angeführten Stellen die Instrumental- V 
fbrmen des Cott. in ihr gutes Recht eintreten. * /, >' 

leb habe daher auch bei der Aufzählung der Stellen mit deutlichen Instmmentalformea "**- 
auch soldie mit aufgenommen, in denen nur eine Handschrift den Instrumental' noch hat 

Endlich sei es mir noch erlaubt, auf einige kleine Versehen des sonst so vortrefflichen 
Glossars von Heyne (es sind theilweise nur Dru<^fehler) aufmerksam zu machen. Es fehlen 
gisidu 3710, thtnu 3251, wttiu 2514. Hinter Itbn findet sich das falsche Citat 1455, hinter gMu 
1397, hinter thia beim Comparativ 2360 statt 2361 und äl5, wo zwar ihiu vorkommt, jedoch ;; 
nicht beim Comparativ. . -: ' ; . * ";'': 

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Vorstehende Untersuchung über den Instrumentalis im Heliand dürfte in, ihrem syntaktischen 
Theile sur Losung einer noch immer streitigen Frage der griechischen Grammatik beitragen. 
Die homerischen Formen auf tpt sind von einigen Sprachforschern, wie Leo Meyer und Schleicher, 
schon vom formalen Standpunkte aus für Instrumentalformen erklärt worden. Allein es ist nicht 
zu leugnen, was Bopp und Curtius betonen und auch Delbrück nicht unerwähnt lässt, obgleich er 
der obengenannten Ansicht sich wenigstens zuneigt, dass die Endung (ft an Terschiedene Casus- 
suffixe des Sanskrit und anderer urverwandter Sprachen anklingt, eine Entscheidung also über die 
Grundbedeutung dieser Formen auf etymologischem Wege sehr schwierig ist Auch die Syntax 
der Formen auf (ft ergiebt, wie Delbrück richtig bemerkt, nur das Resultat, dass die Bedeutungen 
des Lastrumentalis, des Ablativs und Lokalis in dem Suffix fft vereinigt sind, welcher dieser drei 
Casus nun aber der eigentliche Träger des Suffixes sei — und einem einzigen Casus, der dann 
später allerdings auch die Funktionen der zwei anderen übernehmen konnte, muss doch das Suffix tpt 
ursprünglich angehört haben, — das wird sich aus dem Griechischen allein wohl schwerlich je 
ermitteln lassen. Nun haben wir bei der Betrachtung der Instrumentalformen im Heliand, welche 
ihrem Suffixe nach nichts anderes sein können, als Instrumentale, das Resultat gewonnen, dass sie 
neben ihrer Instrumentalfunktion auch die Funktionen des abgestorbenen Ablativs und Lokalis 
übernommen haben , so dass sie also die Bedeutungen derselben Casus in sich vereinigen, wie die 
Formen auf (fi; wir haben ferner gesehen, dass der absterbende Instrumentalis im Heliand selbst 
wieder vom Dativ und Genetiv vertreten worden ist, von den nämlichen Casus also, welche auch 
an die Stelle der Formen auf <fi getreten sind, sollte da nicht angesichts dieser auffallenden Ueber- 
einstimmungen der Schluss gerechtfertigt sein, dass auch bei den Formen auf tft vom Instrumentalis 
als eigentlichem Träger des Suffixes auszugehen sei , zumal von formaler Seite dieser Ansicht 
mindestens nichts entgegensteht? Aber man wird den Nachweis verlangen, dass die Formen auf 
qit wirklich, wie die Instrumentale im Heliand, die Bedeutungen des Instrumentals, des Ablativs und 
Lokalis in sich vereinigen. Denn Delbrück, der meines Wissens diese Behauptung in seiner mehrfach 
angeführten Schrift p. 2. zum ersten Male aufgestellt bat, gibt keinen vollständigen Beweis. 
Weder sind sämmtliche Stellen herbeigezogen, noch, die angeführten übersichtlich zusammengestellt, 
sondern diese sind, wie es die Anlage der Schrift nothwendig mit sich brachte, neben dep Belegen 
aus anderen Sprachen auf die verschiedenen Capitel seiner Abhandlung vertheilt. 

Nun hat Leo Meyer in seiner „gedrängten Vergleichung der Griechische^ und Lateinischen 

Deklination*' p. 54 ff. ein vollständiges Verzeichniss der homerischen Stellen, in denen j^ormen auf y» 

vorkommen, vom formalen Standpunkte aus gegeben ; ordnen wir dieselben syntaktisch , so Jj^ig^ 

sich zunächst die Funktion des sociativen Instrumentals an folgenden Stellen: .'ü^r-v' 

arroioiv ox^o^tv sammt dem Wagen. II. 8, 290; 11, 699. «rtV ixeofftv, mit Wagem 

II. 4, 297; 5, 219; 9, 384; 12, 119; 18, 237; 22, 22; 23, 518; 16, 811. ' M . 

äjua iioX (patyofiipijfftv mit der erscheinenden Morgenröthe. II. 9, 618, 682; 11, 685; 

24, 600; Od. 4, 407; 5, 31; 7, 222; 12, 24; 14, 266; 15, 396; 16, 270; 17,435. 

Den Uebergang vom sociativen Instrumentalis zum Instrumentalis des Mittels bilden folgende 
Stellen, in denen der in der Form auf tpt auftretende Begriff ebensowohl als die dem handelnden 
Subjekte anhaftende Eigenschaft, als auch als das Mittel aufgefasst werden kann, mit dem die 
Handlung ausgeführt wird: 






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rurl^ou K^M^« ßiii^ mit starker Kraft beni^fan. H. 21, WL'*<ih-^»<^it^J*^tfi^ 



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'-<.^: 



F».-r l^ 



ßiiiq>*y K%sivs*y mit Gewalt tödten. Od. 9, 460, 406. '^r^'fK^:^^' 






;? 'f-^J:v|<lf»9va» xQotfQ^tf» ßiiftft venehren mk herber Gewalt. Od. 9, 476. ^^üü Mr? 



JJ^Mi«* jt^cKv^^i ßtifg>*v er drängt mit starker Gewalt. Od. 13, 310. ' 
.^^^■•i^;^: i^^ f$(ix»<t»at mit Kraft kämpfen. II. 1, 151; 3, 370; 4^ 387; 6,606; 12,367; 18, U; 



^y^r,i^,.-^-i-S:^'- 21, 486. 



■^- 



r^ . / ' ^« ayd^mtr mit Kraft herracken. U. 1, 38, 452; 6, 478; Od. 11, 284; 17, 443. 

• :.Ä '.: ' fy* daftaWff mit Kraft bewältige. Od. 18, 57. "'•< ^ 

'"j^'ß - UdpMiSüf ßUffft bewältigte durch. Stärke. II. 16, 826. 

^ t;>^"V i' :.' ■»»/»•/»«rÄtr ßifi^t wir erarbeiteten mit Stärke. II. 18, 341. 
, **'-H- '-''■- "vhgnq ß^fft xriffuin' dTtOQQoitfett der mit Gewalt das Gut entreisse. Od. 1, 403. 

äyayuetliigu SafMvrag mit oder durch Gewalt bewältigt II. 20, 143. > 

J^i na^ivoio des mit oder durch Kraft getödteten. U. 3, 375. 

l(ft dafiifvai mit oder durch Kraft bewältigt werden. II. 19, 417, ähnlich 0.21, 208; 
Od. 18, 157. 

'"' ' Instrumentale, welche nur als Instrumentale des Mittels aufgefasst werden können, sind: 

0XKf(pt eß^ er zog aus auf Fuhrwerk. Od. 4, 533. 
itdq^q't Xa^ero nirgov mit der andern (Hand) ergriff er einen Stein. B. 16, 734. ;f > 

stiQ^tft Y^vio nvQccyQ^y mit der andern (Hand) fasste er die Feuerzange. D. 18, 477. ^ 

higiiipi (taCöv uvdaxsv mit der andern (Hand) hielt sie die Brust in die Höhe. D. 22, 80. ^ 

fpÜQvyog Xttßf de^tteg^fftp fiasste die Kehle mit der Rechten. Od. 19, 480. -j;:^ 

' daxQVÖ(piy nlijff»ff mit Thränen wurden gefüllt. II. 17, 696; 23, 397; Od. 4, 705; ; ,§ 
19, 472. 
öaxQvotptv ninnXavio mit Thräuen wurden gefüllt. Od. 10, 248; 20, 349; 21, 371; 
i;- .."■•'■•■ ■'..-21, 373.- ■ .,'.:!... 

Bei niftnijiftt wurde der Instrumentalis durch den Genetiv abgelöst, während sonst der 
Dativ sein gewöhnlicher Vertreter ist. Eine Analogie zu dieser Ausnahme haben wir wiederum 
beim Instrumentalis im Heliand. Man vergleiche p. 15. ^ 

Cndjich : o* intÖQyve fiögaiftoy ^(tccQ ilaXXaq ^A^vaifi vno /IijieiSao ß'n^iv. Pallas 
Athene schickte ihm den Todestag vermittelst der von dem Peliden ausgeübten 
Kraft, n. 15, 614. ' \.' 

,^ ' v!. Den Uebergang zum causalen Ii^itrumental bilden die Stellen: 

•.^, . . M mwf* (fs^fQOf durch Stärke oder ^uf Grund der Stärke überlegen. Qd. 6, 6; . 
- !:,:,'. .'■;,;. 21,371,373. . ■ - V ...,-..■.: .^ ■, 

iyI:^ ■ ;' j .' fi^V* tfsQiatot. Od. 12, 246., , 

11 '•.!< ; ' Mf*' *^' difvtöiioq fiiy' afuifwy ^t ßlij^ty durch Klugheit vermag auch ein Holzhauer 

•?HI i i.' T* ' , mehr, als durch Stärke. S. 23,, 31 5. -^ ^M-v» 

■ 4f t)':) i;i-*i! :, •"f^w'^o« ysvelgfftv der jüngste an Geburt II. 9, 58. * ^ ,^.j^ 

..^.il^>^i•m^^^^ D. 14, 112. 1:l. j-;k: >Xf'^ 

^iÄt<{ftr jö?»n /.•'«*» w«M>€ r*»'ffiP^ 11.21,439. . . ; j., ; >i; 

; %ri'>:tiv V £iMni Instrumentalis, der unzweifelhaft kausal ist, haben wir in oxfO^ttf iymlMfMn^, 

TL 'wl^ il4.v^^' "ii-^ -■ -i, -■ .'*■•'' ■ < -■■ x • .»..pit-,;^v^a,j(i:^. ^ 

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Vertreter des Ablativs sind die Fwmen auf ifi an foigeDden SteIl«Dr 

ano ötQaro^tv vom fieeHe. U. l-O, 347. '^>' 5ii<".,») /^•.l u>^ijRrr %M^,i, Vs>?^: 
nkayx'^ ^ «*»» Xaijcoy» 'jjaiiiö? vom Erz prallte das Er» ab. .^Ih- lly S54»-^v^:V 
ano Ttlaziog TvtvSiftP von der breiten Wurfsohaufel. U. 13,'588vk \'^ki\ 
dn6 'naftoaXitfi yom Nagifel. II. 24, 268. *• : • ■' %"»* ^^j^ 

an iaxaqöifiv vom Heerde. Od. 7, 169. •' . . - 

i- an avTÖrfnv von ibnen (den Spöeren). U. 11, 44. •> : . . > vv^ 

an litQt6(fiv vom Verdeck. Od. l'i, 414; 15, 552. • » • • * ■ > u lV^ 
aTr' dateöiftv von den Grebeinen. Od. 14, 134. . ♦' i ' 

aTio vevqrj(fiv von der Sehne. II. 8, 300; 309; 13, 585; 21, 113; 15, 313; 16, 773, 
to\' ff djto (MV xttditiv xvt^itjv xf(f«Xljtf>t ikovto von seinem Haupte nabmen sie den 

Wieselfellhelm. 11.10,458. ■''- ' • >* 

ano vaxHfi, von den Schiften. II. 16, 246. 
ano ati^&fa<ft von der Brust. II. 11, 374; 14, 214. ' •' - • >; > 

ix naa0aX6(ftv vom Nagel herab. Od. 8, 67; 105. ■- . . < 

ix novTÖffi aus dem Meere. Od. 24, 83. . •:!• <T -\ 

«X ^€6(fiv von den Göttern. II. 23, 347; 17, 101. 
45 evvtjif^ aus dem Lager. II. 15, 580; Od. 3, 405; 4,-307; 2, 2. . 
i^ igißsOipiv aus dem Dunkel. II. 9, 572. 
«X OT^x^eaipt aus der Brust. II. 14, 150. 

vn6 Cvyocftv Xvov innovc unter dem Joch aus spannten sie die Rosse. II. 24, 572. 
vn' oxeötpt Xvcäfniha innovc lasst uns die Rosse von dem Wagen abspannen. II. 23, 7. 
xat' oQsaffiv vom Berge herab. II. 4, 452; 11, 493. 

naQcc vav(fiv von den SchiflPen. II. 12, 225; 18, 305; 8, 474. Od. 14, 498. 
Haben wir bis jetzfdie Formen auf yt als Vertreter des Ablativs nur in Verbindung mit 
Praepositionen gehabt, so finden sie sich in folgenden Stellen ohne Praeposition : -. • 

6axQi>6(pt xiQOQVto von den Thränen wurden getrocknet. Od. 5, 152. .. •» 

ix di fiot eyxog rjiX'^ naJUifxijfft der Speer flog mir aus der. Hand. L. 3, 368.- 
fifXa&QÖtptv i^exexvfio schwebten von dem Dachgebälk herab. Od. 8, 279. 
vaixfiv d(fOQ[i^9^€Z€t> sie stürmten von den Schiffen. II. 2, 792. 

yaixptv dfivvofitvoi den Schiffen abwehrend, von den Schiffen fernhaltend. IL 13, 700. 
An diese Stelle, in welcher vavqiv auch von Delbrück p. 10 und Kühner in der ausfuhr—, 
liehen Grammatik § 135 ablativisch aufgefasst wird, schliesse ich die Besprechung einer Stelle, in 
welcher Delbrück in der Form auf (fi ausnahmsweise die Vertretung eines eigentlichen Dativs seheit^ 
zu müssen glaubt, worin er mit Bopp übereinstimmt. 11.2, 363 heisst es: tag (fQ^TQtj qtQ^vQ^iptp dgi^y^^ 
-J^dass ein Geschlecht dem anderen helfe oder, wie es auch übersetzt werden kann, daM ein Geschlecht < 
von dem andern (Unglück) abwehre. Denn dass dg^yetv auch abwehren heisst, beweisen Stellen, 
wie aQij^at (fövov SoxeX /»o» tixvoig. Eurip. Med. 1^75. ocQtj^ov aXfaOtv. Aesch. Sept. 119. Die 
Person nun oder Sache, von welcher man etwas abwehrt, würde zu dem Verbalbegriff in dem durch 
den Ablativ ausgedrückten Verhältniss des Getrenntseins sehr wohl stehen, mithiti in den ablativischen 
V Genetiv oder den ablativischen Instrumental auf (/)« gesetzt werden können, und als einen solchen 
' möchtleich tpq^qtftpi, aufgefasst wissen. Freilich könnte man einwenden, <da86 in der angefiifarten Stelle 
.- des Euripides die Person, von der etwas abgewehrt wird, im Dativ {vixvotg) stehe und der Dlativ 






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sonst .doch nicht 'ftls Vertreter de^AUifttite aid^te.rl'AW ffddet eich'^eMr »^be D^tiy nicht auch 
bei ditvvetv neben dem den Ablativ vertretenden Genetiv iii demMlben Sinne? Man vergleiche z.B. 
Javßi^ iU^/'OV , a^v>'c»i'^..U^eil von den Dana^n abwebien, J\, 1, 341, m^.Tft^i cutvvt vtAv er 
wehrte die Troer von den Schiffen ab. II. 15, 372. 3q gut nun bei «ftv^^.f^er Gegenstand, von 
dem man abwehrt, im Genetiv oder Dativ steht, so gut. dür^ auch |:^i <«|Bff^f<k>' ^9|?^Q ^^^ Dativ 
ein ablativischer G«netiv oder ablativischer Instrumental stehen können, , . 

Ein zweiter Einwand , der mir gemacht werden könnte, ist folgender : Hiesse, so könnte 
man sagen, a^y«»v an unserer Stelle abwehren und nicht helfen, so würde doch wohl ein Objekt 
dabei stehen. Darauf antworte ich wieder mit der Analogie des äfivyetv. Steht H. 13, 109 äiikwiiutt^y 
ohne ein solches Objekt, — aus dem Zusammenhang zu ergänzen ist loiyöv — so sehe ich nichts -. 
ein, weshalb nicht auch in unserer Stelle ctq^yetv ohne sichtbares Objekt stehen könne, zumal auch 
hier eine ähnliche Ergänzung aus dem Zusammenliange sich leicht ergibt. Demnach trage ich 
kein Bedenken, g>Q^TQ^(ft den äblatiVisch^n Instrumentalen hinzuzufügen. 

. v^-' Es sind auch früher schon Versuche gemacht worden, dieses ipQ^Qif^t anders, als'eij^enllicb 
<i(ativi8ch zu erklären. Härtung (über die Casus p. 236) sieht in (fq^tqtjtfiv einen eigentlichen 
Instrumentalis, was mir unverständlich ist , während ich Kübners Ansicht eher zustimmen könnte, 
welcher (ausföhrl. Gramm. § 135) glaubt, dass die Form auf ^» als Localis au%efa8St werden könne : 
^damit ein Geschlecht bei dem andern hilfreich sei.*' Jedenfalls liegt keine Nothwendigkeit vor, 
die Form ^Qi^iQ^cptv als Vertreter des eigentlichen Dativs anzusehen und damit eine AusniUime 
einzurMimen.^ "-' ' ' '■•■ •!•'•'•'■ .;* r- .- •. > ,'.,-. 

"^,.>,^^j Menden Irir uns endlich zu den Stellen, in denen die Formen auf y» Vertreter des 
Localis sind. Meistens finden wir auch hier Praepoutionen : i •jt^ 

•' '' ■ ' ' "^ iffxei^fftv auf dem Heerde. Od. 5, 5»; 19, 389. . i. , 

' iTt" ixQt6if>tP auf dem Verdeck. Od. 3, 353; 13, 74; 15, 283. 
.' iTti de^M^tv anf der Rechten. II. 13, 308. 
' #7r' a^t(nr«^ö^*y auf der Linken. II. 13,309. ■ ■ .- . 

' inl vervfjifiv auf der Sehne. Od. 11, 607. 
"' '■ ■ TWtyreg in' <tvrwfnv ^aro sie sassen alle für sich (eig. auf sich, jeder an seinem Platze). 
' ' H. 19, 255. 

Bei der üebersetzung dieser Stelle bin ich Faesi gefolgt, mit welchem Delbrück sich in 
UebereiAstimfnung befindet, indem er a. a. O. p. 49 ainoiptv ausdrucklich für den Lokalis de» 
Maskulinums ctirt^ Erklärt, während Leo Meyer a. a. O. p. 54 die Stelle mit „alle sassen während 
des** übersetzt, abtofptv also für das Neutrum hält. Hieran schliesse ich einige Stellen, in den«j^.: 
ini lra>»r nicht unmittelbar vor der Form auf qn steht, aber doch damit zu verbinden istt u «vn^^- 
;.<: .U -^i - naitbv ovce^ xs^akijffty iniartj ein böses Traumbild stand über dem Haupte. II. 10, 496. 
'inhhali. iffi OTSffävtiv «t^aXtmuv dfigac ^xato hob den Helm auf und setzte ihn aufsHaupl^ : 
'i,'<;rji;-:.Mjj»-.-..t;- >-,.■ ^'-11. 10, 30. w. "■''' '''^' -t ■ •• ■ ■' •• • " - •' ■• - -'■■iid*."yv= // 

•^^ ^t>^Hit anderen Piuepontionen finden sich die. Formen auf ^t in lokalem Sinne an folgenden 
8ldHenr>-t 



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t^rt' oxftnpt unter (an) den Ml5igten. 11.^ B, 41; 13, ^; unter dem Wagen. 11. 8, IM. 






>' vn9 Cvyo^tv unter deaa.Jpch. .11. 19, 404. 
nrr ! i v^*X(^ff^9>» unt^' dem^ Haupte. li. 10, 156. 
, d»'«4«09>4 durchs Gebirge. II. 10, 185. 



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S$^ in^&Köifnf OücttHfev «r tnf duröh di« Brfittl. tl;*5,' 41; 67; 8,<!3Ö6^^-1I^ 448. 
" Od. S2, 93; iholich II. 22, 284. '> / .^. u^^ ^^.»jiu^. 

Man rergleiche übrigens zu diesen Stellen Delbrück a. a. O. 'tO,'w(^cliilf bei (ft^^HHftv an 
«inen eigentlichen Instrumental denkt. Ferner •..'■..' > ^'::i.:-:s:t>.s::^'^: 

nctd' «^»«ryi»' neben dem Wagen II. 5, 28, 794; 8, 565; tfy m- 15, »>' *^ ^wiit^ i^ 



<ii 



iistSlft'trr 



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■ < / 1 • 



•fl; 



naqä va\f(ftv neben, an den Sohiffen II. 16, 281. 

Hieran schliesse ioh 

TiaQtOTtxfuvat xsipakiiiptv neben dem Haupte stehen Od. 20, 94. 
An einer Stelle nur findet sich iv: 

iv x<'^< ifls*^*:Q^(fiv in der rechten Hand II. 24, 284; Od. 15, 148; ebenso uQ^q:- 

nqoi »oxvXijdovoqiV an den Saugfangern Od. 5, 433. 

So fassen die Stelle auch Ameis in seiner Schulausgabe und Lissner (in dem Progpramm 1 
von Olmütz 1865 pag. 10), während Schleicher im Comp. § 260 und Curtius Grammatik § 178 D 
die Form auf (fi hier im eigentlich instrumentalen Sinne nehmen. 

Vereinzelt ist auch nQÖOxhf: 

nQÖ(i&' oxsofftv vor dem Wagen II. 5, 107. 

äfMfi steht unbestritteuermassen als Praeposition bei einer Form auf ^t mit lokaler 
Bedeutung in folgender Stelle: 

(f&tvv&ft 6' afiff' düxföifiv XQ*"? *^8 schwindet um die Gebeine das Fleisch Od. 16, 145; 
und ich verbinde hiermit die Besprechung einer Stelle, welche der Erklärung Schwierigkeiten 
bereitet, in der aber meiner Ueberzeugung nach dfKfi ebenfalls als Praeposition mit einer lokalen 
Form auf (ft steht. Od. 12, 45 ff. heisst es: nolvg 6' dfiff' ößtf 6(f>tp ^iq dydq&v rrv&ofidvtav. 
Delbrück a. a. O. pag. 70 bemerkt, die Stelle sei unklar und jedenfalls eine andere Auf- 
fassung als die gewöhnliche, welche in ootföcftv die Vertretung eines Genetivs, abhängig von 
^g, sieht, durch die eben erwähnte Stelle Od. 16, 145 geboten. Auf diese beziehen sich auch 
Härtung a. a. O. pag. 236, Leo Meyer a. a. O. pag. 55 und Kühner in der ausfuhrlichen Gramm. 
§ 135 und verbinden übereinstimmend dfttf' d<yif6(ftv mit nvxhfUt^iM', so dass der Sinn der 
Stelle folgendermassen sich gestaltet : „Gross ist der Haufe der rings um die Gebeine (d. h. an dem 
rings um die Gebeine liegenden Fleisch ) modernden Menschen. Ich schliease mich dieser 
Erklärung an, indem ich den von Leo Meyer gegen die gewöhnliohe Deutung der Schulausgaben 
(man vgl. z. B. Ameis) ^^ings war eine Menge von Gebeinen faulender Mensohen'* erhobenen 
Bedenken noch eins hinzufüge. Die gewöhnliche Erklärung nimmt offenbar das vor o(ne6<piV stehende 
dfKfi in dem prägnanten Sinne von „es ist oder war ringsum.'' Sollte e« aber in dieser Bedeutung 
wirklich vorkommen? Wo es sonst ohne einen dazu gehörigen Casus sich findet, wie z. B. U. 5, 
310; 7, 316 etc. st«ht immer noch ein Verbum im Satze, an welches es sich als Adverbium 
anschliesst. Gesetzt aber auch, tifitfi könne wirklich jene Bedeutung haben, sollte es dieselbe auch 
haben können in der elidirten, des Acoents beraubten Form dfKf'l Das ist doch an und für sich, 
namentlich aber auch angesichts der unverkürzten und anastrophirten Formen ndqa = naQtatt odar 
ifd^Kftf niQt = Tttifiemt etc. mehr als unwahrscheinlich. . i. i . .., ,..,.■ i . • • V 

Als Adverbium endlich findet sich dfKf^i bei einer )oki^«i!^ Form auf «ff in.* 

dft^t de ol xvvffjv xf(faX^*y ey'hpcev er setzte ihfh den Helm an& Haupt. U. 10, 
..•■-.. 257,261. ■,:.,■•-.;■:-•,.::; iV-;' -i . /;-V 



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findlich findet «ich eine \ckale 'Form auf <yi bei einem mit «ner Pf'a^>osition zusammett«^ 

gesetzten Verbum in der Stelle: ."r^».-; v - ^ -r*^-»'«^^^ 

a/ij^f^» /MVfiA^y in die Heei^ie komittaid. ^ 16V i8^7. . 
Ohne Praeposition finden sich dagegen lokale Formen auf 9)* an folgenden. Stellen : . 
ßovf äyil^^t fk^y iS^xos inXero ein Stier ragte in der Heerde hervor II. 2, 480. 
« o« tc/Uaiij<ft XiXetnro der ihm im; Zelte geblieben war Q. 13, 163. 
^lutXdfHifpiV a^iq$iv es passte in die Hand IL 3, 338; 16, 139; Od. 17, 4. 
l')*^'^ jmv(tit6iMV0i xs<paX^(fnv zielend nach dem Haupt 11. 11, 350. . 

Den Lokalis hält hier in xeq>al^ty auch Delbrück a. a. O. pag. 70 für möglich, während. 
Lia»ner a. a. O. pag. 12 an eine Vertretung des eigentlichen Genetivs denkt. 
"^ :^^1'> TteffxtXtj^tv infl Xdßev nachdem er an das Haupt gefasst hatte H. 16, 762. 

^''^' Lokal fasst xf<f>aXijtfn hier auch Bopp. a. a. O. Delbrück pag. 70 dagegen nimmt es 
ablativisch und Lissner a. a. O. pag. 12 genetivisch. ^.«^ , y^ 

.V i^^'\^' ■ XslTtf &vqfifftv er Hess vor der Thür Od. 9, 238. "';■ j^; 2 

^^i .; Vi . ' ^^ ^ svdo»t *a\ xä ^vqii<ftv das im Innern und ds« vor der Thür Od. 22, 220. '^ 

g^^ OQiGifiV im Gebirge II. 11, 474; 22', 139; 189. 

^f-fl ^ : vipod-' OQeatpiP hoch im Gebirge IL 19, 396. 

' "' fPÄ^y» in Phthie IL 19, 323. ; 

^.l,:, ..Hieran knüpfe ich die Besprechung der einzigen Stelle, an welcher Delbrück in einer 
Form auf 9>» den Vertreter des eigentlichen Genetivs sieht. 1. . ^ ' 

■41' ';• , D. 21, 295 heisst es xerra ^iXtö^tv xlvrä reixsa. Leo Meyer a. a. O. pag. 55 nimmt an 
dieser scheinbar allerdings rein genetivischen Funktion der Form auf <ft Anstoss und venputhet, 
dass für ^Ihö^tv ^iUoo zu lesen sei. Sollte aber diese Stelle aus der Zahl der Ausnahmen nicht 
auch ohne Conjectur zu beseitigen sein? Ha^lung a. a. O. pag. 236 versucht dies, indem er ^iXtöifir^ 
nicht von %tlxeat sondern von xaTeilcät abhängig macht, eine Aufiassung, die ich so wenig, wie 
^^y Delbrück, verstehe; ich trage aber kein Bedenken, Bopp zuzustimmen, der a. a. O. § 217 ^iJU6q>$ 
lokativisch auffasst. Auch Kühner in der ausfuhrl. Grammatik. § 135 ist dieser Meinung, und die 









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P'; eben vorher angeführte Form 0^!;^9)» beweisst, dass das Suffix (fi mit der Bedeutung des Lokalia 

H:-> in Stadtenamen wirklich vorkommt. Upsere Stelle wurde also in der spätem Sprache etwa lauten t 

^''- xata Ta iv 'IUm xXvrä nixfcc, yrsLB allerdings dem Sinne nach mit der genetivischen Auffassung^ 

des ]lh,6ftv zusammenüllt In beiden Erklärungen ist ^Iho^tv Attribut, und es könnte höchsten^ 

angezweifelt werden, dass in der homerischen . Sprache, als der Artikel noch nicht als eigentlicher 

X^ri Artikel fungirte, das substantivische Attribut in einem anderen Casus, als dem Genetiv vorkomme. 

Allein ich erinnere an die schon oben angeführte Stelle B. 15, 614, wo das vno JlifXfiSao ßl^iv 

doch auch nichts anderes ist, als das spätere t^ imo n^lfidao ßi^ vermittelst der von dem Peliden 

ausgeübten Stärke. • . . , "^ .^ "r, -'f *r 

:ji- r .tln der Stelle dtöqttv (k^awQ äuiXaviog ein den Göttern gleicher Berather D. 7, 366; 14, 
318; 17, 477; Od. 3, 311; 409; scheint &t6<p$v auf den ersten Blick nur Vertreter des eigentlichen 
> Dativs sein zu können und wird auch von den meisten Erklärern dafür gehalten. Allein Delbrü<^ 
a. a. O. pag. 56 hat es durch Herbeiziehung von Analogien aus dem Sanskrit und dem Gothischen 
sehr wahrscheinlich gemacht, dass auch hier an den Lokalis zu denken ist, und die von Kühner in 
dw ausfuhrlichen Grammatik^ §. J^ gegebene Erklärung der Stelle fallt mit dieser Auflhasung 



k. 



■ ä^^^^--^'^. r*?^^^' 



■r-'-^ K.v . 



24 






. ^r'' • 



zu8amin«Bt. ■ Aehnlich verhält es sich mit den zahlreieb€»i<^')9te)lM; itt"deAen Formeü «uf 9» bei 
Verben des Vertrauens stehen. '^ U3 »- 

•- \nnocvv^ xt xal p>oQeijg>t mTnt-ihäq auf Wagenlenkerküast und TapfeiJceit vertrauend 



D. 4; 303. 



i » 1 ! ;n il I' •• >hiHO\.; uti'il »/i »1« 






'^ fitTtoi&eeciv « ßitj^tv sie vertrauen' auf die Sterkö n. 4, 3251»'^*' 

dyXaiijift ntnoirf^Mg auf die Vorzüglichkeit vertrauend II. 6, 510^ 15, 267. J"K: 
ttQdt<f(n nenot^teg ^6i ßiinfiv auf Zeichen vertrauend und Stärk« D. 12, 256. 
XeiQt(S<st nenotx^zeg ^6i ßltjff^iv auf die Hände vertrauend und Stäiice II. 12, 135. 
, XaotOtv Ttfnot&oteg lyde ßiij(pt Auf die Leute vertrauend und Stärke 12, 153. ^ ;- 

^y« ßi^qt nt^hjaug auf seine Stärke vertrauend II. 22, 107. . .^y,] .(> ^- rvd-<§ 
Xegaiv re ßiij(fi rt ^qt Tn^«rccg auf die Hände und seine Stärke vertrauMid Od. 21, 31 5. 
Delbrück a. a. O. pag. 34, 35 weist nach, dass im Sanskrit die Verba des Vertrauens 
(eigentlich des sich Stutzens auf) mit dem Lokalis verbunden werden und zieht aqch die eben auf- 
geführten Stellen aus Homer herbei. Wenn er nebenbei auch an den eigentlichen Instrumentalis 
denkt, so ist dagegen nichts einzuwenden; auf jeden Fall liegt keine Nothwendigkeit vor, die 
Formen auf yt hier als Vertreter des eigentlichen Dativs anzusehen. 

Hiermit sind die homerischen Formen auf (ft vollständig zur Aufzählung gelangt, und es 
dürfte gelungen sein, ihnen allen ohne Ausnahme die Funktionen des Instrumentalis oder des 
Ablativs oder endlich des~iLokalis resp. derjenigen Dative und Genetive zuzuweisen, welche die 
ebengenannten Casus vertreten. Selbst dann aber, wenn in den wenigen zweifelhaften Fällen die 
eigentlich genetivische oder dativische Funktion angenommen werden sollte, dürfte die Regel bei 
der überwiegenden Mehrheit der sie bestätigenden Beispiele gesichert erscheinen, und eine Erklärung 
für die etwa einzuräumenden Ausnahmen wßrde nicht schwer zu finden siein. Wenn in so vielen 
Fällen die Funktionen der Formen auf (fi auf den Dativ und Genetiv bereits übergegangen wären 
und diese Casus, wie eine Reihe von Beispielen beweist, in denselben Worten in der Bedeutung 
der Formen auf y» — man vergleiche z. B. II. 9, 58; 14, 112 etc. yfvt^ift mit yfvi^ II. 9, 161; 
15, 186 — oder in anderen Worten in unmittelbarer Vet-bindung mit Formen auf (ft vorkamen — 
man vergleiche z. B. II. 12, 114; 11, 699; 12. 2.')6; 13, 588 etc. — dawäre es nicht zu verwundern, 
wenn das Sprachbewusstsein gerade bei diesen absterbenden Formen auf (ft sich verwirrt und 
dieselben hie und da auch den eigentlichen Dativen und Genetiven gleich gestellt hätte. ' ^ 
> '' Wenn aber das Suffix ff» dieselben Functionen umfasst und durch dieselben Casus auch 
bei seinem Absterben vertreten worden ist, wie das Ihstrumentalsuffit der Sprache des Heliand, so 
kehre ich zu meiner schon oben aufgestellten Behauptung zurück, dasd jen^ so gut wie dieses ei'n 
Instrumentalsuffix sei; und es hätte sokhit das auf dem Wege der l^ormehvergleichung von 
Schleicher und Leo Meyer gewonnene Resultat durch die vergleichende Syntax seine Bestätigung 
gefunden. 



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